April 11, 2019 / 11:09 AM / 10 days ago

WikiLeaks-Gründer Assange in London festgenommen

FILE PHOTO: WikiLeaks founder Julian Assange is seen on the balcony of the Ecuadorian Embassy in London, Britain, May 19, 2017. REUTERS/Peter Nicholls/File Photo

London (Reuters) - Nach fast siebenjährigem Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London ist WikiLeaks-Gründer Julian Assange festgenommen worden.

Die britische Polizei teilte am Donnerstag mit, sie habe Erlaubnis bekommen, die Botschaft zu betreten, nachdem die Regierung in Quito ihr Asyl für Assange zurückgezogen habe. Den weiteren Angaben zufolge wurde der 47-jährige Assange in ein Londoner Polizeirevier gebracht, im Anschluss sollte er einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Gründer der Enthüllungsplattform muss eine Auslieferung in die USA fürchten.

Ecuadors Präsident Lenin Moreno sagte, sein Land habe das diplomatische Asyl wegen wiederholter Verletzungen internationaler Konventionen zurückgezogen. Spannungen zwischen Assange und seinem Gastland entstanden vor allem, weil Ecuador ihm vorwarf, Informationen über Morenos Privatleben veröffentlicht zu haben. Moreno erklärte, man habe die Garantie der britischen Regierung, dass Assange nicht an ein Land ausgeliefert werde, in dem ihm die Todesstrafe drohen könnte. Aus dem britischen Außenministerium hieß es, nun müssten Gerichte entscheiden, wie es weiter gehe.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks kritisierte, Ecuador habe das Asyl völkerrechtswidrig beendet. Auch das russische Präsidialamt äußerte sich bereits kurze Zeit nach der Festnahme. Russland hoffe, dass die Rechte Assanges nicht verletzt würden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Nach Medienberichten soll Assange Russland dabei geholfen haben, in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 einzugreifen. Ziel soll dabei gewesen sein, die demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu schwächen und einen Wahlsieg des Republikaners Donald Trump herbeizuführen.

Assange lebte seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London, nachdem das lateinamerikanische Land ihm Asyl gewährte und damit vor einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen schützte. Inzwischen wurden die Ermittlungen in Schweden eingestellt. Die britische Polizei hatte in der Vergangenheit angekündigt, Assange wegen Verstößen gegen Kautionsauflagen festzunehmen, sollte er das Botschaftsgebäude verlassen. Der Gründer der Enthüllungsplattform befürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden. Dort wird gegen ihn ermittelt, weil WikiLeaks zahlreiche geheime US-Dokumente veröffentlicht hat.

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