July 5, 2018 / 1:10 PM / 3 months ago

Großbritannien will von Russland Aufklärung über Giftanschlag

London (Reuters) - Nach den zwei weiteren Nowitschok-Vergiftungsfällen in England flammt der Streit zwischen Großbritannien und Russland wieder auf.

Police officers guard the entrance to a housing estate on Muggleton Road, after it was confirmed that two people had been poisoned with the nerve-agent Novichok, in Amesbury, Britain, July 5, 2018. REUTERS/Henry Nicholls

Die britische Regierung forderte Russland am Donnerstag auf, Details über den Einsatz des Nervengiftes gegen den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter im März zu übermitteln. Offenbar will sie dadurch klären, ob das am Samstag nahe der Stadt Salisbury, wo die Skripals attackiert wurden, entdeckte vergiftete Paar zufällig mit der Substanz in Berührung kam. Russland hat wiederholt erklärt, nichts mit dem Angriff auf Skripal und seine Tochter Julia zu tun zu haben.

“Es ist völlig inakzeptabel, dass unsere Bürger entweder absichtlich und zufällig zum Ziel werden oder dass unsere Parks und Städte Müllplätze für Gift werden”, sagte Innenminister Sajid Javid. Russland müsse Erklärungen dafür liefern, was geschehen sei. Sicherheitsminister Ben Wallace sagte der BBC, die Russen könnten einige der Wissenslücken schließen, an denen die Behörden arbeiteten: “Die Russen können alle Hinweise ergänzen, um die Sicherheit der Menschen zu bewahren.” Premierministerin Theresa May zeigte sich bei einem Besuch in Berlin sehr besorgt. Ihre Regierung werde alles tun, um die neuen Vorfälle aufzuklären.

Die Regierung in Moskau erklärte, sie habe Großbritannien Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. Dies sei jedoch abgelehnt worden. Die russische Botschaft in den Niederlanden schrieb auf Twitter, die britische Regierung sei “dumm”, wenn sie glaube, dass Russland während der Fußball-WM einen Nervengiftangriff starten würde.

BEHÖRDEN: GEFAHR FÜR ÖFFENTLICHKEIT GERING

Bei den beiden neuen Vergiftungsfällen kam Javid zufolge dieselbe Nowitschok-Variante zum Einsatz wie beim Anschlag auf Skripal. Ob es sich um dieselbe Charge handele, sei noch nicht geklärt. Wahrscheinlich seien die beiden Briten an einem anderen Ort als Skripal und dessen Tochter mit dem Gift in Kontakt gekommen. Den Gesundheitsbehörden zufolge ist die Gefahr für die Öffentlichkeit gering. Sie wiederholten aber ihre Empfehlungen, die Kleidung zu waschen und persönliche Gegenstände mit Reinigungstüchern zu säubern.

Bei den neuen Vergiftungsopfern handelt es sich um einen 45-jährigen Mann und eine 44-jährige Frau. Sie werden in einer Klinik behandelt und befinden sich in einem kritischen Zustand. Der Fall Skripal hatte schwere diplomatische Spannungen zwischen Russland und Großbritannien ausgelöst, das von seinen Verbündeten Rückendeckung erhielt.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below