July 5, 2018 / 2:50 PM / 3 months ago

JP Morgan verlagert wegen Brexit erste Jobs aus Großbritannien

Frankfurt (Reuters) - Die US-Großbank JP Morgan treibt mit der Verlagerung von Jobs aus Großbritannien ihre Vorbereitungen für den Brexit voran.

FILE PHOTO: A man walks into the JP Morgan headquarters at Canary Wharf in London May 11, 2012. REUTERS/Dylan Martinez/File Photo

In einem ersten Schritt sollen bis Anfang 2019 “einige Dutzend” Mitarbeiter nach Kontinentaleuropa umziehen, schrieb die Bank in einer E-Mail an ihre 16.000 Mitarbeiter in Großbritannien. Dabei handele es sich vor allem um Angestellte mit Kundenkontakt und im Risikomanagement, die sowohl in der Investmentbank als auch in der Vermögensverwaltung arbeiten.

In dem Schreiben wird unter anderem dargelegt, wie die Bank ihre Präsenz etwa in Paris, Madrid und Mailand verstärken will. Bislang war erwartet worden, dass die Wall-Street-Bank vor allem in Frankfurt, Luxemburg und Dublin expandieren wird. Dort besitzt JP Morgan bereits Banklizenzen.

Bis zum Austritt Großbritanniens aus der EU am 29. März 2019 will die Bank in der EU-27 “mehrere Hundert” zusätzliche Stellen haben als bisher, hieß es in der E-Mail. Dazu plant JP Morgan sowohl Stellenverlagerungen und Neueinstellungen. Man habe bereits begonnen, Mitarbeiter für Schlüsselpositionen zu suchen. Die Verlagerungen könnten auch langsamer gehen, falls die EU und Großbritannien geeignete Übergangsregelungen vereinbaren.

Wegen der nur schleppend laufenden Verhandlungen ist sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik die Furcht vor einem “harten Brexit” zuletzt gestiegen. Die Finanzbranche erwartet, dass wegen des Brexit 5000 Jobs aus Großbritannien verlagert werden, wie eine Reuters-Umfrage im März ergab.

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon hatte kurz vor dem Brexit-Votum im Juni 2016 erklärt, dass die Bank bei einem Austritt Großbritanniens aus EU tausende Stellen verlagern könnte. Doch in einem Brief an die Aktionäre im April schrieb er, deutlich größere Stellenverlagerungen als auch der Status Quo seien genauso möglich. “Wir wissen nicht - und werden es bis zum Abschluss der Verhandlungen nicht wissen - wie der Endzustand aussehen wird”, schrieb Dimon damals.

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