June 26, 2009 / 1:16 PM / 10 years ago

Großbritannien regt 100 Milliarden-Dollar-Fonds für Klima an

London (Reuters) - Im Kampf gegen den Klimawandel hat Großbritannien einen 100-Milliarden-Dollar-Fonds der Industrieländer angeregt.

Mit dieser Summe solle jedes Jahr Entwicklungs- und Schwellenländer geholfen werden, sagte Premierminister Gordon Brown am Freitag in London. Das Geld könne unter anderem aus dem Verkauf von Kohlendioxid(CO2)-Verschmutzungsrechten oder Abgaben der Luftfahrt- und Schifffahrtsbranche kommen, die bislang noch nicht in den Handel mit Verschmutzungsrechten einbezogen sind. Der Fonds solle ein Beitrag der Industriestaaten sein, um bei der Klimakonferenz in Kopenhagen Ende des Jahres zu einer weltweiten Verständigung zu kommen.

Kopenhagen soll die entscheidenden Weichen für ein Nachfolgeabkommen der Kyoto-Vereinbarungen stellen, die 2012 auslaufen. Vor allem die Europäer dringen auf einen Beschluss, dem sich anders als bei Kyoto auch die USA und große Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien anschließen. Als Kernziel gilt es, den Anstieg der Welttemperatur bis 2100 auf zwei Grad zu begrenzen. Dafür muss der Kohlendioxid-Ausstoß weltweit bis 2050 gegenüber 1990 etwa halbiert werden.

Als Konsens gilt, dass man nicht nur gemeinsame Ziele für die Zeit bis 2020 oder 2050 vereinbaren, sondern auch den ärmeren Ländern beim Erreichen mit Geld helfen muss.

Ein Papier aus Kreisen der EU hatte sogar ein Summe von 100 Milliarden Euro, umgerechnet also etwa 140 Milliarden Dollar jährlich, dafür gefordert. Die Finanzminiser der EU verständigten sich jedoch nicht auf einen Betrag, sondern beschlossen lediglich, dass der Beitrag der einzelnen Industriestaaten nach Finanzkraft und Verantwortung für den bisherigen Kohlendioxid(CO2)-Ausstoß gestaffelt werden solle.

Die Schwellenländer machen vor allem die Industriestaaten für den bereits eingetretenen Klimawandel verantwortlich und sehen daher die Hauptverantwortung im Kampf gegen den CO2-Ausstoß bei ihnen. Die USA als größter CO2-Produzent haben sich seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama bewegt wollen sich zu CO2-Zielen verpflichten. Bis 2020 soll demnach der Ausstoß auf das Niveau von 1990 gesenkt werden. Dies halten die Europäer - die mindestens 30 Prozent unter dem 1990er Niveau erreichen wollen - und auch Schwellenländer wie China nicht für ausreichend. Das Thema spielt auch beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in den USA eine Rolle.

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