November 15, 2019 / 10:31 AM / in a month

Labour will für umfassenden Breitbandausbau BT teilweise verstaatlichen

Britain's opposition Labour Party leader Jeremy Corbyn is seen during a visit to Sainsbury's as part of his general election campaign in Hamilton, Britain November 13, 2019. REUTERS/Russell Cheyne

London (Reuters) - Die Pläne der britischen Oppositionspartei Labour für einen staatlichen Breitbanddienst lösen in der Branche Unruhe aus.

TalkTalk erklärte am Freitag, Verhandlungen zum Verkauf des Geschäftsteils FibreNation stockten.

Man sei mit Interessenten zwar weiter im Gespräch, sagte Firmen-Chefin Tristia Harrison. Angesichts dieser Nachrichten halte aber jeder erst einmal inne, wäge ab und versuche zu verstehen, was diese bedeuteten. Anleger zeigten sich nervös und stießen Aktien des britischen Telekom-Anbieters BT ab. Im Zuge der Labour-Pläne sollen Teile von BT wieder verstaatlicht werden. Der konservative Premierminister Boris Johnson bezeichnete das Vorhaben als Schnapsidee.

Labour will im Falle eines Wahlsiegs am 12. Dezember das Glasfasernetz für schnelles Internet flächendeckend ausbauen und Internet-Verbindungen landesweit kostenlos zur Verfügung stellen. Bislang haben weniger als zehn Prozent der Briten Glasfaser-Anschlüsse direkt vor ihrer Haustür. Zur Finanzierung sollten die Steuern für Internet-Konzerne wie Google, Amazon und Facebook angehoben werden. “Das sind sehr, sehr ehrgeizige Pläne”, sagte BT-Chef Philip Jansen der BBC. Auch die Konservativen unter Johnson hätten Pläne zum Ausbau eines landesweiten Glasfasernetzes bis 2025.

BT wurde unter der Regierung der Konservativen Margaret Thatcher 1984 privatisiert. Die Wurzeln des Konzerns gehen auf eine Telegraphen-Firma von 1846 zurück. Labour-Chef Jeremy Corbyn will auch die Bahn, Versorgungsunternehmen und Wasserbetriebe verstaatlichen. Steuern für die Reichen will er erhöhen.

Letzten Umfragen zufolge liegen jedoch Johnsons Tories in der Wählergunst mit zehn Prozentpunkten vor Labour. Allerdings sagt die Prozentzahl nur etwas über die Stärke der Parteien aus, nicht aber zwangsläufig über die Mehrheit im Unterhaus. Denn die Mandate werden nicht entsprechend der Prozentzahl für die Parteien verteilt (Verhältniswahlrecht), sondern nach dem Mehrheitsprinzip. Wer also im Wahlkreis die meisten Stimmen holt, bekommt den Sitz.

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