August 3, 2018 / 8:10 AM / 15 days ago

Britischer Notenbankchef warnt vor Brexit-Chaos

London (Reuters) - Großbritanniens Notenbankchef Mark Carney hat vor einem ungeregelten Austritt des Landes aus der Europäischen Union gewarnt.

Bank of England Governor, Mark Carney, speaks during the central bank's quarterly Inflation Report press conference in London, Britain August 2, 2018. Daniel Leal-Olivas/Pool via Reuters

Es sei zwar relativ unwahrscheinlich, dass ein solches “hochgradig unerwünschtes” Szenario eintrete, dennoch könne dies geschehen, sagte Carney am Freitag in einem Interview mit dem Sender BBC. “Ich denke, die Möglichkeit, dass es keinen Vertrag gibt, ist zu diesem Zeitpunkt unangenehm hoch.” In einem solchen Fall gebe es einiges, worüber man sich Sorgen machen müsse. Großbritannien werde aber bei keiner Art von Brexit in eine Situation geraten, bei der es zu einem Ansturm auf Banken komme. Die britische Regierung habe getan, was nötig sei, um die Geldhäuser vorzubereiten.

Großbritannien tritt voraussichtlich Ende März 2019 aus der Europäischen Union aus. Nach wie vor ist aber unklar, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zur EU künftig gestaltet werden. Die bisherigen Vorschläge der Regierung in London für einen Austrittsvertrag stoßen bei der EU-Kommission auf Widerstand. Beide Seiten bereiten sich daher auch auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens vor.

Die Verhandlungsparteien müssten alles tun, um dies zu vermeiden, ergänzte Carney. Denn sonst drohe ein weiterer Anstieg der Verbraucherpreise. Die Bank von England hatte am Donnerstag ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf 0,75 Prozent angehoben. Er liegt damit auf dem höchsten Niveau seit fast zehn Jahren. Zugleich signalisierten die Währungshüter, nicht eilig weitermachen zu wollen. Carney deutete am Freitag an, dass die Zinsen in den nächsten drei Jahren wahrscheinlich auf rund 1,5 Prozent steigen dürften.

Nach einer Umfrage des Institute of Directors haben aktuell weniger als ein Drittel der Manager auf der Insel Brexit-Notfallpläne in der Schublade. 42 Prozent wollten erst Änderungen vornehmen, wenn die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zur EU klarer seien. Am Freitagabend kommen Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May in Macrons Urlaubsdomizil am Mittelmeer zusammen. Bei den Gesprächen dürfte der Brexit ein wichtiges Thema werden.

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