February 7, 2019 / 12:35 PM / 15 days ago

Britische Notenbank deutlich pessimistischer für Wirtschaft

The Bank of England is reflected in a window in the City of London, Britain, February 7, 2019. REUTERS/Hannah McKay

London (Reuters) - Großbritannien steuert in diesem Jahr wegen der Brexit-Unsicherheiten auf das schwächste Wirtschaftswachstum seit der Finanzkrise zu.

Die britische Notenbank stutzte am Donnerstag ihre Konjunkturprognose deutlich zusammen. Sie erwartet 2019 nur noch ein Wachstum von 1,2 Prozent - statt wie noch im November von 1,7 Prozent. Es wäre das geringste Plus seit zehn Jahren. Die Leitzinsen tasteten die Pfund-Wächter wenige Wochen vor dem geplanten EU-Austritt des Landes nicht an. Der Schlüsselsatz zur Geldversorgung der Geschäftsbanken bleibt damit bei 0,75 Prozent. Auf diesem Niveau, dem höchsten seit einem Jahrzehnt, liegt er bereits seit August 2018.

Die Brexit-Unsicherheiten würden “Spannungen” in der Wirtschaft hervorrufen, sagte Notenbank-Chef Mark Carney. “Zwar verstärken viele Unternehmen ihre Notfall-Planungen, die Wirtschaft ist aber insgesamt noch nicht auf einen Ausstieg ohne Vereinbarung, ohne Übergang vorbereitet.” Für 2020 erwarten die Währungshüter nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent. Noch im November waren sie von 1,7 Prozent ausgegangen.

Das Vereinigte Königreich plant Ende März aus der EU auszuscheiden. Premierministerin Theresa May will eine Neuverhandlung des Vertrags für einen geregelten Austritt erreichen, was die EU aber ablehnt. Auch ein Gespräch zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und May am Donnerstag in Brüssel brachte zunächst keinen Durchbruch.

BÖRSEN HALTEN ZINSSCHRITT 2019 FÜR EHER UNWAHRSCHEINLICH

Die Notenbank hatte bereits mehrfach vor gravierenden Folgen für den Fall eines ungeregelten Brexit gewarnt. Im schlimmsten Fall könnte die Inflation demnach auf über sechs Prozent steigen. Zuletzt näherte sich die Teuerung allerdings wieder dem Ziel der Währungshüter von zwei Prozent an, nachdem sie nach dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 zeitweise kräftig nach oben geschossen war. Die Verbraucherpreise legten im Dezember um 2,1 Prozent zu, nach 2,3 Prozent im November.

Die Notenbank erhöhte jedoch ihre Inflationsprognose leicht. Sie rechnet in zwei Jahren mit einer Teuerung von 2,1 Prozent statt wie bisher von 2,0 Prozent. Zudem hielt sie an ihrer Erwartung fest, dass die Zinsen nach einer Brexit-Vereinbarung steigen werden. An den Finanzmärkten wird hingegen immer weniger mit einer Erhöhung noch in diesem Jahr gerechnet. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird inzwischen nur noch mit 41 Prozent taxiert. Vor der Zinssitzung waren es noch 50 Prozent.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below