February 13, 2018 / 9:53 AM / 10 days ago

Britische Inflation nährt Spekulation auf baldige Zinsanhebung

London (Reuters) - Der Preisauftrieb in Großbritannien bleibt zu Jahresbeginn überraschend hoch und spricht für eine baldige Zinserhöhung.

Die Verbraucherpreise legten im Januar zum Vorjahr mit 3,0 Prozent genauso stark wie im Dezember zu. Dies geht aus den vom Statistikamt ONS am Dienstag vorgelegten Daten hervor. Fachleute hatten mit einer leichten Abschwächung auf 2,9 Prozent gerechnet. Die Inflation nagt an der Kaufkraft der Verbraucher, da die Löhne nicht so schnell steigen wie die Preise. Die Bank of England (BoE) sieht diese Entwicklung mit Sorge, da sie die Teuerungsrate auf zwei Prozent begrenzen möchte. Angeheizt wird die Inflation durch das schwächelnde Pfund, das nach dem Anti-EU-Referendum der Briten vom Sommer 2016 auf Talfahrt gegangen ist. Dadurch werden Importe teurer.

“Sollte sich der Preisauftrieb auch in den nächsten Monaten hartnäckig auf hohem Niveau halten, dürften sich die Argumente für eine Zinsanhebung im Mai verdichten”, sagte Ökonom Jacob Deppe von der Online-Handelsplattform Infinox. Bis Jahresende könnten “eine oder sogar zwei” Erhöhungen folgen. Angesichts dieser Aussichten baute das Pfund seine Gewinne aus und verteuerte sich zeitweilig auf 1,39 Dollar.

Die BoE hatte im November erstmals seit rund zehn Jahren die Zinsen angehoben - auf das aktuell gültige Niveau von 0,5 Prozent. Sie ist offen für eine weitere geldpolitische Straffung. Die Währungshüter signalisierten, dass sie die Zügel angesichts aufgehellter Konjunkturaussichten “etwas früher und in etwas stärkerem Maße” anziehen könnten als noch im November erwartet. Damals hatten sie zwei Zinsschritte nach oben binnen drei Jahren angepeilt.

BANGER BLICK ÜBER DEN ATLANTIK

Die Notenbank in London würde damit ähnlich wie die US-Währungshüter jenseits des Atlantiks weiter von der Krisenpolitik früherer Jahre abrücken, mit der die Folgen der Weltwirtschaftskrise abgemildert werden sollten. Mittlerweile hat sich in den USA ein kräftiger Konjunkturaufschwung etabliert, der aber anders als in Großbritannien bislang nicht mit einer erhöhten Inflation einhergeht.

Ein überraschend starkes Anziehen der Löhne hat jüngst jedoch an den Märkten die Sorge ausgelöst, dass die US-Notenbank die Zinsen im Kampf gegen Inflationsrisiken aggressiver als gedacht anheben könnte. Diese Ängste verursachten ein weltweites Börsenbeben, das von New York bis Tokio zu Kursstürzen führte, bevor sich die Lage wieder stabilisierte. Mit Spannung warten Experten nun auf die am Mittwoch anstehenden Januar-Daten zu den Verbraucherpreisen in den USA, bei denen ebenfalls mit einer leichten Abschwächung des Preisdrucks gerechnet wurde - aber: “Eine Zahl, die nur leicht über den Erwartungen liegt, könnte die Märkte erschüttern”, sagte Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. “Denn dies würde bestätigen, dass die Zinsängste doch nicht unbegründet sind.”

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