March 20, 2018 / 11:42 AM / a month ago

Inflation in Großbritannien lässt vor Zinssitzung etwas nach

London (Reuters) - Die nach dem Brexit-Votum in Großbritannien zeitweise kräftig gestiegene Inflation ist auf dem Rückmarsch.

FILE PHOTO: A shopper walks past a branch of the food retailer Morrisons in west London, Britain, January 7, 2017. REUTERS/Toby Melville/File Photo

Die Verbraucherpreise legten im Februar laut den am Dienstag vom Statistikamt ONS vorgelegten Daten nur noch um 2,7 Prozent zum Vorjahresmonat zu - nach 3,0 Prozent im Januar. Dies ist der niedrigste Wert seit Juli 2017. Im November hatte der Preisauftrieb mit 3,1 Prozent noch das höchste Niveau seit mehr als fünf Jahren erreicht. Trotz der Verlangsamung leidet die Kaufkraft der Verbraucher, da ihre Löhne nicht mit der Inflation Schritt halten. Die Bank of England (BoE), die am Donnerstag über den Leitzins entscheidet, strebt eine Teuerungsrate von lediglich zwei Prozent als optimalen Wert für die Wirtschaft an.

Die Währungshüter hatten im November erstmals seit rund zehn Jahren die Zinsen angehoben - auf 0,5 Prozent. Die BoE ist offen für einen weiteren Schritt nach oben. Viele Investoren rechnen für Mai mit einer Erhöhung auf 0,75 Prozent.

Doch die jüngsten Inflationsdaten dämpften die Spekulationen an der Börse auf eine baldige Anhebung etwas: Das Pfund verbilligte sich binnen Minuten auf 1,4034 von 1,4065 Dollar. Die seit dem Brexit-Votum der Briten vom Sommer 2016 unter Druck geratene britischen Währung ist ein Haupttreiber für den Preisauftrieb. Denn durch das schwache Pfund werden Importe teurer. Allerdings hat der Kurs in den vergangenen Monaten etwas zugelegt, da die Furcht vor einem harten Brexit ohne Abkommen mit der EU etwas nachließ.

Die Europäische Union und Großbritannien haben sich am Montag auf eine Übergangszeit nach dem für März 2019 geplanten EU-Austritt geeinigt. “Dieser Fortschritt dürfte die Zentralbank in ihrer Einschätzung bestärken, dass der Übergang in die Welt nach dem Brexit glatt geht. Das macht eine Zinserhöhung im Mai zusehends wahrscheinlicher”, so Ökonom James Smith von der Bank ING.

BayernLB-Chefvolkswirt Jürgen Michels geht davon aus, dass ein solcher Schritt jedoch keine “große Zinserhöhungsphase” einläuten wird: “Die Bank of England ist sich bewusst, dass die wirtschaftliche Dynamik sukzessive abnehmen wird.” Der Brexit hängt wie ein Damoklesschwert über der britischen Wirtschaft. Denn die Unsicherheit über den Austritt bewegt einer Studie zufolge viele EU-Unternehmen zum Abbau ihrer Geschäfte auf der Insel. Laut dem Wirtschaftsverband Chartered Institute of Procurement and Supply (CIPS) haben 14 Prozent der europäischen Firmen mit einer Präsenz auf der Insel entsprechende Schritte unternommen. Zudem zogen elf Prozent Mitarbeiter aus dem Königreich ab und verlagerten die Jobs in andere Länder.

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