October 31, 2014 / 11:37 AM / in 4 years

Auch Großbank RBS erwartet hohe Strafe im Devisenskandal

A man walks past a branch of The Royal Bank of Scotland (RBS) in central London August 27, 2014. REUTERS/Toby Melville

London (Reuters) - Der sich anbahnende Vergleich mehrerer Großbanken im Devisenskandal kommt auch die RBS teuer zu stehen.

Das britische Institut legte für den Fall im dritten Quartal 400 Millionen Pfund (fast 510 Millionen Euro) zur Seite, wie es am Freitag mitteilte. Trotzdem schaffte die in der Finanzkrise vom Staat gerettete Royal Bank of Scotland (RBS) noch einen Vorsteuergewinn von knapp 1,3 Milliarden Pfund, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 634 Millionen zu Buche gestanden hatte. Die britische Wirtschaft zieht seit einiger Zeit kräftig an, außerdem haben die dortigen Geldhäuser ihre Kosten deutlich gesenkt. Vorstandschef Ross McEwan gab allerdings noch keine Entwarnung: “Wir arbeiten uns Schritt für Schritt durch eine ganze Reihe signifikanter Rechtsstreitigkeiten”, erklärte er. “Das wird unsere Gewinne auch in den kommenden Quartalen belasten.”

Größtes Thema ist dabei der Devisenskandal, der derzeit etliche Banken umtreibt. Die Aufsichtsbehörden gehen weltweit dem Verdacht nach, dass es ähnlich wie bei den großen Referenzzinsen illegale Absprachen einzelner Händler auf dem Markt gegeben hat, auf dem täglich rund fünf Billionen Dollar gehandelt werden. Insidern zufolge verhandelt die britische Finanzmarktaufsicht FCA derzeit mit der RBS sowie Barclays, UBS, HSBC, JP Morgan und Citi wegen dieser Manipulationen. Eine Einigung könnte die Institute zusammen knapp zwei Milliarden Pfund kosten. Zuletzt hatten deshalb auch UBS und Barclays ihre Vorsorge nach oben geschraubt. Die Deutsche Bank, einer der größten Devisenhändler der Welt, steht nach eigenen Angaben nicht in vorderster Front bei den Ermittlungen und ist deshalb nicht Teil dieser Gruppe.

Die RBS musste aber auch weiteres Geld für die Entschädigung von Kunden zurücklegen, denen sie in der Vergangenheit Restschuldversicherungen angedreht hat, die diese gar nicht brauchten. Hierfür wurden im Quartal weitere 100 Millionen Pfund zurückgelegt - insgesamt beläuft sich diese Rechnung nun auf 3,3 Milliarden Pfund.

Eine Dividende für die Aktionäre wird es wegen all der Sonderlasten auf absehbare Zeit nicht geben, wie McEwan klarmachte. Er will zunächst die Kapitaldecke weiter aufstocken. Die Ausschüttungssperre könnte allerdings potenzielle neue Investoren abschrecken und damit die Bemühungen des Staates erschweren, bald auszusteigen. Der Regierung gehören noch 80 Prozent der RBS-Anteile.

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