July 22, 2019 / 2:22 PM / a month ago

Weiterer Rücktritt in Großbritannien - Johnson-Kritiker danken ab

FILE PHOTO: Minister of State for Europe and the Americas Alan Duncan attends a news conference in Victoria Gardens, Westminster, after WikiLeaks founder Julian Assange was arrested by officers from the Metropolitan Police and taken into custody following the Ecuadorian government's withdrawal of asylum, in London, Britain April 11, 2019. Yui Mok/Pool via REUTERS/File Photo

London (Reuters) - Vor dem Wechsel an der Spitze der britischen Regierung zeichnen sich weitere Rücktritte ab.

Mit Alan Duncan, einem Staatssekretär im Außenministerium, kündigte am Montag ein weiterer hochrangiger Politiker seinen Abschied an. Er verglich den anstehenden EU-Austritt mit einer dunklen Wolke, die über Großbritannien hänge. Beobachter erwarten weitere Rücktritte bis zum Mittwoch. An diesem Tag soll der neue Premierminister die Amtsgeschäfte übernehmen, aller Wahrscheinlichkeit nach der frühere Londoner Bürgermeister und Ex-Außenminister Boris Johnson. Er will notfalls auch einen Brexit ohne Austrittsabkommen mit der EU in Kauf nehmen - für die Wirtschaft auf der Insel ein Horror-Szenario.

Duncan ist seit langem ein Kritiker von Johnson, unter dem er in dessen Zeit als Außenminister gearbeitet hat. Er beschrieb Johnson einst als “Zirkusnummer”. Am Sonntag hatten bereits Finanzminister Philip Hammond und Justizminister David Gauke ihren Rücktritt für Mittwoch angekündigt. Beide wollen nicht Teil eines Kabinetts von Johnson sein.

Die scheidende Premierministerin Theresa May ist mit ihrem mit der EU ausgehandelten Brexit-Vertrag mehrfach im Parlament gescheitert und damit zur tragischen Figur geworden. Einem Sprecher zufolge will sie am Mittwochnachmittag eine Erklärung abgeben und dann bei der Königin ihren Rücktritt einreichen. Ihr Nachfolger wird kurz danach übernehmen. Um den Vorsitz der Konservativen Partei und damit das Amt des Regierungschefs bewirbt sich auch noch Außenminister Jeremy Hunt. Johnson gilt aber als klarer Favorit. Das Ergebnis soll am Dienstag verkündet werden.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, die Brüsseler Behörde werde unabhängig von der Person eine Arbeitsbeziehung zum May-Nachfolger aufbauen. Zuletzt hatten Spitzenvertreter der EU aber stets betont, den ausgehandelten Pakt nicht noch einmal aufschnüren zu wollen.

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