December 21, 2018 / 9:43 AM / 6 months ago

Russland nimmt BBC ins Visier

The logo of Russian television network Russia Today (RT) is seen on a board at the St. Petersburg International Economic Forum 2017 (SPIEF 2017) in St. Petersburg, Russia, June 1, 2017. Picture taken June 1, 2017. REUTERS/Sergei Karpukhin

Moskau (Reuters) - Russland nimmt als Reaktion auf das britische Vorgehen gegen den russischen Sender RT die BBC ins Visier.

Es werde geprüft, ob sich der britische Sender mit seinen Berichten und in seinem Internetangebot an die russischen Gesetze halte, teilte die Medienaufsicht Roskomnadsor am Freitag mit. Die Ergebnisse der Überprüfungen würden veröffentlicht. Die BBC betonte in einer ersten Reaktion, die Arbeit des Senders in Russland stehe voll in Einklang mit russischen Gesetzen und diene einzig dem Ziel, unabhängige Nachrichten zu recherchieren und zu berichten.

Der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, bestätigte den Zusammenhang zwischen der nun angeordneten Überprüfung der BBC und dem Vorgehen der britischen Medienaufsicht gegen den kremlnahen Sender RT. Zudem warf Peskow dem britischen Traditionssender vor, in Teilen seiner Berichterstattung tendenziös und politisch motiviert zu sein. Die Berichterstattung der BBC habe seit langer Zeit viele Fragen aufgeworfen, sagte Peskow. Das betreffe sowohl Berichte über die Politik in Russland wie auch über die russische Rolle im Syrien-Konflikt.

Am Donnerstag hatte die britische Medienaufsicht Ofcom erklärt, RT habe in der Berichterstattung über die Vergiftung des früheren Spions Sergej Skripal und dessen Tochter gegen die Regeln verstoßen. “Wir haben RT gesagt, dass wir beabsichtigen, eine gesetzliche Sanktion zu erwägen.” Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums erklärte, dieses Vorgehen lasse Russland keine andere Option, als mit vergleichbaren Schritten zu reagieren.

Der ehemalige russische Doppelagent Skripal und seine Tochter waren im März vor einem Einkaufszentrum in der südenglischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Nach Angaben britischer und internationaler Chemiewaffeninspektoren wurden sie mit dem in der Sowjetunion in den 70er und 80er Jahren entwickelten Nervengift Nowitschok attackiert. Großbritannien und andere westliche Staaten machen dafür Russland verantwortlich. Die Regierung in Moskau hat dies zurückgewiesen.

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