April 12, 2018 / 5:29 AM / in 5 months

Julia Skripal lehnt Hilfe von russischer Botschaft in London ab

London (Reuters) - Die bei einem Nervengift-Anschlag verletzte Tochter des Ex-Spions Sergej Skripal hat Hilfsangebote der russischen Botschaft in London abgelehnt.

Salisbury District Hospital is seen after Yulia Skripal was discharged, in Salisbury, Britain, April 10, 2018. REUTERS/Peter Nicholls

Zwei Tage nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus erklärte Julia Skripal am Mittwochabend, ihr sei von der diplomatischen Vertretung freundlich jede Form der Unterstützung angeboten worden. “Zurzeit möchte ich ihre Dienste nicht in Anspruch nehmen”, hieß es in einer in ihrem Namen von der britischen Polizei verbreiteten Mitteilung. “Wenn ich meine Meinung ändere, weiß ich, wie ich sie kontaktieren kann.”

Die russische Botschaft hatte zuvor kritisiert, dass ihr konsularischer Kontakt zu Julia Skripal verwehrt worden sei. Sie bezweifelte, dass die Erklärung von Skripal selbst verfasst worden sei. Der Text sei so zusammengestellt worden, dass er die offizielle Linie der britischen Behörden unterstütze und zugleich Kontakte zur Außenwelt unterbinde, erklärte die Botschaft. “Zusammenfassend bestärkt das Dokument Spekulationen, dass wir es mit einer erzwungenen Isolierung einer russischen Bürgerin zu tun haben.”

Die 33-Jährige war am Montag aus dem Krankenhaus in der südenglischen Stadt Salisbury entlassen worden. Sie wurde an einen unbekannten Ort gebracht. Noch fühle sie sich nicht in der Lage, ein Interview zu geben, hieß es in der Erklärung. Sie leide weiter unter den Folgen des Anschlags, und ihr Vater sei noch ernsthaft krank. Der frühere Oberst beim russischen Militärgeheimdienst lebt in Großbritannien. Er wurde 2004 in Russland verhaftet, weil er die Namen Dutzender Agenten an britische Dienste verraten hatte. 2010 kam er im Zuge eines Agentenaustauschs frei.

Der Anschlag zeige, wie rücksichtslos Russland vorgehe und wie wenig sich der Kreml an internationale Regeln halte, sagte der Chef des britischen Geheimdienstes GCHQ, Jeremy Fleming. Großbritannien vermutet Russland hinter dem Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok vom 4. März. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe zurück. Wegen des Falls sind die Beziehungen beider Länder auf einem Tiefpunkt.

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