March 11, 2018 / 12:58 PM / 9 months ago

250 Polizisten wegen Nervengift-Attacke in Großbritannien im Einsatz

FILE PHOTO: Members of the emergency services in protective suits work at the site of the grave of Luidmila Skripal, wife of former Russian inteligence officer Sergei Skripal, at London Road Cemetery in Salisbury, Britain, March 10, 2018. REUTERS/Peter Nicholls/File Photo

Berlin (Reuters) - In Großbritannien laufen die Ermittlungen nach der Nervengift-Attacke auf einen russischen Ex-Spion auf Hochtouren.

Mehr als 250 Polizisten sind nach Angaben von Innenministerin Amber Rudd im Einsatz. Es gebe mehr als 200 Zeugen und mehr als 240 Beweisstücke. Wie die BBC am späten Samstagabend berichtete, wurden Spuren des Nervengifts in einem italienischen Restaurant in der englischen Stadt Salisbury gefunden. Dort hatten Sergej Skripal und seine Tochter vergangenen Sonntag gegessen bevor sie auf einer Bank bewusstlos aufgefunden wurden. Ein Sprecher der Polizei wollte sich dazu nicht äußern.

Ein forensisches Team war zudem auf dem Friedhof von Salisbury, auf dem die Frau und der Sohn von Skripal beerdigt sind. Alexander Skripal starb im Juli vergangenen Jahres im Alter von 43, britischen Medienberichten zufolge während eines Aufenthalts in St. Petersburg. Skripals Frau Liudmila starb 2012 an Krebs. Sie wurde 60 Jahre alt.

Die Polizei geht davon aus, dass der Ex-Doppelagent und seine Tochter gezielt mit Nervengas angegriffen wurden. Um welches Gift es sich genau handelt, ist der Polizei nach eigenen Angaben bekannt. Sie machte die Information jedoch nicht öffentlich. Aus US-Geheimdienstkreisen verlautete, dass die Hauptannahme der Ermittler sei, dass das Nervengift von russischer Seite eingesetzt worden sei, um Skripal für seinen Verrat als russisch-britischer Doppelagent zu bestrafen. Skripal hatte dem britischen Geheimdienst die Identität Dutzender russischer Spione verraten, bevor er 2004 in Russland verhaftet und 2006 in einem Geheimprozess zu einer 13-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. 2010 kam er im Zuge eines Gefangenenaustauschs frei und lebt seitdem in Großbritannien. Russland wies die Vorwürfe zurück.

Sollte ein anderer Staat in den Anschlag involviert sein, werde Großbritannien entsprechend reagieren, sagte Finanzminister Philip Hammond am Sonntag in der BBC. Zunächst müssten aber die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen werden. Innenministerin Rudd zufolge sind der 66-jährige Skripal und seine 33 Jahre alte Tochter Yulia immer noch in einem kritischen Zustand, aber stabil. Ein Polizist, der am Sonntag als einer der ersten vor Ort war, wird schwer erkrankt ebenfalls in einer Klinik behandelt. Er sei ansprechbar und stehe in Kontakt zu seiner Familie, sagte Rudd.

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