July 11, 2018 / 7:21 AM / in 2 months

Murdoch will Comcast mit höherem Gebot für Sky ausstechen

London (Reuters) - Im Bieterkampf um den britischen Bezahlsender Sky hat Rupert Murdochs Medienkonzern Twenty-First Century Fox den Rivalen Comcast mit einer aufgestockten Offerte übertrumpft.

The flag of the Twenty-First Century Fox Inc is seen waving at the company headquarters in the Manhattan borough in New York June 11, 2015. Rupert Murdoch, the 84-year old media baron, will hand over the chief executive job at entertainment conglomerate Twenty-First Century Fox Inc to his 42-year-old son James, a source familiar with the situation said on Thursday. REUTERS/Eduardo Munoz

Das am Mittwoch auf den Tisch gelegte Gebot bewertet die Pay-TV-Gruppe mit 32,5 Milliarden Dollar. Je Aktie bietet Fox nun 14 Pfund und damit 1,50 Pfund mehr als Comcast. Das Angebot liegt aber unter dem aktuellen Kurs von 15 Pfund, zu dem Sky-Aktien zuletzt gehandelt wurden. Investoren gehen davon aus, dass auch der US-Kabelnetzbetreiber Comcast zurück in den Ring steigt. “Es ist unwahrscheinlich, dass das heutige Gebot von Fox das Endspiel ist, da wir das endgültige Resultat des Sky-Deals bei gut über 15 Pfund pro Aktie sehen”, sagte Michael Wegener vom Hedgefonds Case Equity Partners, der bei Sky investiert ist. Comcast lehnte eine Stellungnahme ab.

Der US-Konzern hatte im Frühjahr Murdochs Angebot für Sky ausgestochen. Die unabhängigen Direktoren der auch in Deutschland aktiven Sky-Gruppe hatten daraufhin die bereits erteilte Empfehlung für die Annahme des Gebots von Twenty-First Century Fox zurückgezogen. Anteilseigner hatten zuvor die von dem Medienmogul gebotene Summe als zu niedrig kritisiert. Auch das nun versüßte Gebot wurde von einigen Investoren als zu niedrig angesehen.

Fox versucht bereits seit Dezember 2016, die Bezahlfernsehkette vollständig zu übernehmen. Ein Anteil von 39 Prozent ist schon in Murdochs Hand. Die aufgestockte Offerte liegt nun rund 80 Prozent über dem Kurs von Dezember 2016, bevor Fox das erste Kaufangebot vorlegte. Dies sei wegen der Entwicklung von Sky seit dieser Zeit gerechtfertigt, betonte der Medienkonzern. Die Gruppe habe etwa die Übertragungsrechte für die Spiele in der englischen Premier League zu einem niedrigeren Preis verlängern können als erwartet. In Europa empfangen rund 23 Millionen Haushalte Sky.

PRIME-TIME-DRAMA

“Es gibt genug Nebenhandlungen in dem Rennen um den Erwerb von Sky, um ein Drama zur Prime-Time zu versprechen”, sagte Analyst George Salmon von Hargreaves Lansdown. Dass Fox mit einer höheren Offerte zurückgeschlagen habe, sei keine Überraschung. Allerdings rechnet auch Salmon damit, dass Comcast noch einmal nachlege, da die gebotene Summe leicht unter den Erwartungen geblieben sei.

Der Bieterkampf um die führende britische Pay-TV-Gruppe ist Teil einer Schlacht um die Vormachtstellung in der weltweiten Unterhaltungsindustrie. Die großen Medienkonzerne versuchen sich zur Zeit mit milliardenschweren Übernahmen gegen die Konkurrenz durch Netflix und Amazon in Stellung zu bringen.

Murdoch hatte bereits angekündigt, nach einer Übernahme von Sky den Nachrichtensender Sky News an Disney weiterzureichen, um Bedenken der britischen Aufsichtsbehörden über eine zu große Marktmacht entgegenzutreten. Es wird damit gerechnet, dass die britischen Wettbewerbshüter der Übernahme durch Fox noch in dieser Woche zustimmen.

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