March 13, 2018 / 6:28 AM / 6 months ago

Russland nach Giftanschlag auf Ex-Spion in England unter Druck

London/Moskau/Washington (Reuters) - Nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion in England wächst der internationale Druck auf die Regierung in Moskau.

A tent covers the park bench where former Russian intelligence agent Sergei Skripal and his daughter Yulia were found after they were poisoned, in Salisbury, Britain March 12, 2018. REUTERS/Henry Nicholls

Die USA erklärten, sie gingen wie Großbritannien davon aus, dass die Spuren der Tat nach Russland führten. Sowohl diejenigen, die das Verbrechen begangen, als auch die, die es in Auftrag gegeben hätten, müssten mit “angemessenen, ernsten Konsequenzen” rechnen, forderte US-Außenminister Rex Tillerson. Auch die EU zeigte sich besorgt und sicherte Großbritannien Solidarität zu. Russlands Außenminister Sergej Lawrow wies jegliche Verbindung zur Vergiftung von Sergej Skripal und dessen Tochter Julia zurück und verlangte von Großbritannien Proben des Nervengifts. Sein Ministerium bestellte Agenturmeldungen zufolge den britischen Botschafter in Moskau ein.

Premierministerin Theresa May hatte Russland ein Ultimatum bis Mitternacht am Dienstag gestellt, um den Einsatz des Nervengifts zu erklären. Sie drohte mit “noch weit drastischeren” Maßnahmen gegen das Land, als es sie bereits gebe.

Die diplomatischen Spannungen machten dem Rubel zu schaffen. Auch der Ölpreis und die Leitindizes der Moskauer Börse gaben nach. Vor allem der Ruf nach weiteren Sanktionen durch Großbritannien mache Anleger nervös, schrieben die Analysten der Rosbank in einem Kommentar.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen forderte ein entschiedeneres Vorgehen gegen dubiose russische Investitionen in der EU. “Großbritannien hat Anspruch auf die Solidarität seiner engen Partner und Freunde”, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Nachrichtenagentur Reuters. Nach dem Fund eines russischen militärischen Kampfstoffes könne Russland die Kooperation bei der Aufklärung nicht verweigern. “Kooperiert Russland nicht, muss es gemeinsame westliche Antworten geben.”

Lawrow erklärte, Großbritannien weigere sich, Russland Zugang zu dem Nervengift zu gewähren, das im Zusammenhang mit der Tat stehe. May zufolge handelt es sich um ein Mittel aus der der Gruppe der Nowitschok-Nervengifte, die das sowjetische Militär in den 1970er und -80er Jahren entwickelt habe. Sie erklärte, Russland sei “sehr wahrscheinlich” für die Vergiftung verantwortlich. Entweder sei Moskau bei der Attacke federführend gewesen oder habe zugelassen, dass das Gift in andere Hände gelangt sei.

Der 66-jährige Skripal und seine 33-jährige Tochter waren am 4. März vor einem Einkaufszentrum in der südenglischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Sie kämpfen seitdem in einer Klinik um ihr Leben.

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