August 27, 2012 / 5:43 AM / 6 years ago

Unilever stellt sich auf neue Armut in Europa ein

Berlin (Reuters) - Der Konsumgüterkonzern Unilever stemmt sich mit Strategien aus den Schwellenländern gegen die Krise im europäischen Markt.

A worker scans barcodes by a chiller cabinet of Flora margarine at a Sainsbury's supermarket in London February 6, 2008. Flora is a brand owned by consumer products company Unilever. Unilever posted its strongest growth for five years as it beat forecasts with a 6.1 percent jump in fourth-quarter sales, but its shares dipped as hopes were dashed for a bumper share buyback. Picture taken February 6, 2008. REUTERS/Luke MacGregor(BRITAIN)

Das Unternehmen umwirbt aggressiv Konsumenten mit geringem Einkommen. “Die Armut kehrt nach Europa zurück”, sagte Europa-Chef Jan Zijderveld der “Financial Times Deutschland” (Montagausgabe) laut Vorabbericht. “Wenn ein Spanier nur noch durchschnittlich 17 Euro pro Einkauf ausgibt, dann kann ich ihm kein Waschmittel für die Hälfte seines Budgets verkaufen.” Deshalb will der drittgrößte Konsumgüterhersteller der Welt nun Lehren aus dem Asien-Geschäft anwenden. “In Indonesien verkaufen wir Einzelpackungen Shampoo für zwei bis drei Cent und verdienen trotzdem ordentliches Geld”, sagte Zijderveld. “Wir wissen, wie das geht, aber in Europa haben wir es in den Jahren vor der Krise verlernt.” Der Henkel-Konkurrent Unilever ist für Marken wie etwa Knorr oder Langnese bekannt.

Bislang hatten Konsumgüterunternehmen versucht, Wachstum in den reifen westlichen Märkten etwa durch teurere Ökoprodukte oder Premiummarken zu erreichen - um sich von den günstigen Handelsmarken der Discounter abzuheben. Der Niederländer Zijderveld führt seit Anfang 2011 Unilevers Geschäfte in Westeuropa. Bislang geht seine Strategie auf: Nachdem die Umsätze des Konzerns in der Region zuvor stagnierten oder rückläufig waren, stand 2011 wieder ein kleines Plus von 0,7 Prozent in der Bilanz. Westeuropa stand im vergangenen Jahr mit insgesamt 12,3 Milliarden Euro Umsatz für gut ein Viertel der Konzernerlöse - und ist mit einer Gewinnmarge von gut 17 Prozent die profitabelste der drei Unilever-Regionen.

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