August 1, 2019 / 11:27 AM / 24 days ago

Bank von England senkt Wachstumsprognosen - Leitzins bleibt unverändert

FILE PHOTO: A man walks past the Bank of England in the City of London, Britain, February 7, 2019. REUTERS/Hannah McKay//File Photo

London (Reuters) - Die Bank von England blickt wegen der Brexit-Sorgen und der globalen Wachstumsabschwächung pessimistischer auf die britische Wirtschaft.

Die Wächter des Pfunds senkten am Donnerstag auf ihrer Zinssitzung die Konjunkturprognosen für dieses und das nächste Jahr. “Tiefgreifende Unsicherheiten” bremsten die Leistung der britischen Wirtschaft, sagte Notenbank-Chef Mark Carney. Die Währungshüter beschlossen dennoch einstimmig, den Leitzins auf dem aktuellen Niveau von 0,75 Prozent zu belassen. Auch gaben sie keine Hinweise, ob sie eine Zinssenkung erwägen. Stattdessen hielten sie an ihrer grundsätzlichen Bereitschaft zur Straffung der Zinszügel fest. Es war die erste geldpolitische Sitzung seit Ernennung des konservativen Brexit-Befürworters Boris Johnson zum britischen Premierminister.

Die Notenbank traut der Wirtschaft für die Jahre 2019 und 2020 jetzt nur noch ein Wachstum von jeweils 1,3 Prozent zu. Noch im Mai hatte sie für dieses Jahr 1,5 Prozent und für 2020 1,6 Prozent vorhergesagt. Damit würde sich das Wirtschaftswachstum des Vereinigten Königreichs dem der Euro-Zone annähern. Vor dem Brexit-Referendum 2016 hatte die britische Wirtschaft den Währungsraum in puncto Wachstum noch deutlich abgehängt. Auch in ihren neuen Prognosen unterstellt die Bank von England weiterhin, dass ein Brexit-Schock vermieden werden kann. Sie geht zudem davon aus, dass in zwei und auch drei Jahren die Inflation oberhalb der Zielmarke von zwei Prozent liegen wird.

BÖRSEN SPEKULIEREN AUF ZINSSENKUNG

Regierungschef Johnson hatte deutlich gemacht, er werde das Land Ende Oktober aus der EU herauslösen und dies notfalls auch ohne Austrittsabkommen. Ein harter Brexit dürfte die Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft ziehen. Dann würde Großbritannien den Zugang zu dem 500 Millionen Einwohner zählenden Binnenmarkt und die Zollunion mit der EU über Nacht aufgeben. Der heranrückende Brexit und die schwächere Weltkonjunktur hinterlassen in der britischen Industrie schon jetzt deutliche Bremsspuren. Die Industrieproduktion ging im Juli so stark zurück wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Der neue britische Finanzminister Sajid Javid hält die Wirtschaft des Land allerdings für robust genug, um auch mit einem EU-Ausstieg ohne Abkommen zurecht zu kommen. “Unsere Wirtschaft ist grundsätzlich stark, daher können wir heute viele Entscheidungen treffen”, sagte er. Das Land könne sich auf einen Ausstieg aus der EU vorbereiten. Und falls das bedeute, ohne einen Vertrag auszuscheiden, dann sei dies genau das, was gemacht werde, fügte er hinzu.

An den Finanzmärkten haben inzwischen die Spekulationen auf eine Zinssenkung bis Ende Januar 2020 zugenommen, wenn Notenbank-Chef Carney aus dem Amt scheiden wird. In den USA senkte die Fed am Mittwoch ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf die neue Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent. Auch in der Euro-Zone stehen angesichts der ungelösten US-Handelskonflikte und des bevorstehenden Brexit die Zeichen auf einen baldigen Zinsschritt nach unten.

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