July 30, 2013 / 9:49 AM / 5 years ago

EU will in Ägypten eine friedliche Lösung vermitteln

Supporters of deposed Egyptian president Mohamed Mursi walk during an anti-army rally that started from their sit-in area around Raba' al-Adawya mosque, east of Cairo, July 30, 2013. Europe's top diplomat, Catherine Ashton, shuttled between Egypt's rulers and the Muslim Brotherhood on Monday in a mission to pull the country back from more bloodshed, but both sides were unyielding after 80 Islamist supporters were gunned down. The posters read, "Yes to legitimacy , No to coup". REUTERS/Asmaa Waguih

Kairo (Reuters) - Die Europäische Union will im ägyptischen Machtkampf zwischen Militär und Muslimbrüdern eine friedliche Lösung vermitteln.

Das erklärte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Dienstag in Kairo nach Treffen mit dem abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi und Vertretern der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung an. “Ich werde zurückkommen”, kündigte sie an. Der stellvertretende Präsident der Übergangsregierung, Mohamed ElBaradei, sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz, er sei zuversichtlich, dass die Proteste der Muslimbrüder sich friedlich beenden ließen.

Dies zeichnete sich zunächst jedoch nicht ab. Die Anhänger Mursis kündigten trotz der Gefahr erneuten Blutvergießens weitere Proteste für diesen Dienstag an. “Wir werden jetzt die Proteste ausweiten”, sagte der Sprecher der Muslimbrüder, Gehad al-Haddad. Dagegen hatte die Interimsregierung die Muslimbrüder aufgefordert, eine Mahnwache mit Tausenden von Anhängern bei einer Kairoer Moschee aufzulösen. Diese wollen jedoch auszuharren, bis Mursi wieder im Amt ist. Am Samstag waren bei dem vorläufigen Höhepunkt der Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Muslimbrüdern rund 80 Anhänger des Präsidenten erschossen worden.

ASHTON: HABE MURSI KEIN ANGEBOT ÜBERBRACHT

Am Montag hatte das Militär erstmals mit Ashton einen hochrangigen Vertreter des Auslands zu dem festgenommenen Präsidenten vorgelassen. Ashton erklärte, sie habe zwei Stunden intensiv mit Mursi diskutiert. Ihm gehe es gut. Sie sei per Hubschrauber zu ihm an einen ihr unbekannten Ort geflogen worden. Sie bestritt, Mursi ein Angebot der Machthaber überbracht zu haben. Sie erklärte zudem, sie wolle Mursis Ansichten nicht öffentlich beschreiben, da er sie nicht korrigieren könne, falls ihr dabei ein Fehler unterlaufe. Die Vertreterin der EU wird als eine der wenigen Ausländer von beiden Seiten als Mittler akzeptiert.

Mehrere ausländische Staaten drängen die vom Militär gestützten Machthaber, einen Ausgleich mit dem Muslimbrüdern zu suchen und damit das Blutvergießen zu beenden. Die US-Regierung, die das ägyptische Militär finanziell unterstützt, pochte auf das Recht, friedlich zu demonstrieren. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius forderte, Mursi müsse freigelassen werden.

Das Militär hatte Mursi am 3. Juli abgesetzt. Er wird seitdem abgeschirmt von der Öffentlichkeit festgehalten. Ihm werden verschiedene Delikte zur Last gelegt, darunter auch Mord. Mursi ist der erste frei gewählte Präsident Ägyptens seit dem Sturz des früheren Machthabers Husni Mubarak. Allerdings zog sich Mursi die Gegnerschaft der säkular ausgerichteten Opposition zu, die ihn verdächtigte, einen muslimisch-orthodoxen Staat anzustreben und etwa Frauen- und Bürgerrechte aushebeln zu wollen. Nach zunehmend gewalttätigen Protesten gegen Mursi ergriff das Militär die Initiative und übernahm die Macht.

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