June 23, 2014 / 2:13 PM / 6 years ago

Al-Dschasira-Journalisten in Ägypten zu Haftstrafen verurteilt

Peter Greste, Mohamed Fahmy and Baher Mohamed (2nd L to R) stand behind bars with other defendants as they listen to the ruling at a court in Cairo June 23, 2014. Three Al Jazeera journalists were jailed for seven years in Egypt on Monday after a court convicted them of helping a "terrorist organisation" by spreading lies, in a case that has raised questions about the country's respect for media freedoms. The three, who all deny the charge, include Australian Peter Greste, Al Jazeera's Kenya-based correspondent, and Canadian-Egyptian national Mohamed Fahmy, Cairo bureau chief of Al Jazeera English. The third defendant, Egyptian producer Baher Mohamed, received an additional three-year jail sentence on a separate charge involving possession of ammunition. REUTERS/Asmaa Waguih (EGYPT - Tags: POLITICS CRIME LAW SOCIETY)

Kairo (Reuters) - Drei Journalisten des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira sind in Ägypten wegen Unterstützung einer Terrorgruppe zu siebenjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Die drei Medienvertreter hätten Lügen verbreitet, erklärte ein Kairoer Gericht am Montag zur Begründung. Das Urteil löste international umgehend scharfe Kritik aus. Die britische Regierung bestellte den ägyptischen Botschafter in London ein, um gegen das Urteil zu protestieren. Die Organisation Reporter ohne Grenzen sprach von einem “Tiefschlag für die Pressefreiheit”.

Bei den Verurteilten handelt es sich um den australischen Korrespondenten Peter Greste und den Kairoer Al-Dschasira-Bürochef Mohamed Fahmy - einen Kanadier mit ägyptischen Wurzeln. Der ägyptische Sendeleiter Baher Mohammed wurde zu weiteren drei Jahren Haft verurteilt, weil er Munition besessen haben soll. In Justizkreisen hieß es, gegen die Urteile sei Berufung möglich, auch eine Begnadigung sei weiterhin möglich.

Die drei Männer waren im Dezember festgenommen worden. Die Strafverfolger warfen ihnen vor, Lügen verbreitet und damit die nationalen Interessen Ägyptens verletzt zu haben. Außerdem hätten sie eine Gruppe von 17 Ägyptern mit Geld, Ausrüstung und Informationen versorgt. Mit der Gruppe war offensichtlich die Muslimbruderschaft gemeint, die seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Jahr gegen die neuen Machthaber demonstriert.

Der Prozess, in dem die Verdächtigen in Metallkäfigen vorgeführt wurden, stößt drei Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak international auf Kritik. Er sei entsetzt, sagte der britische Außenminister William Hague. Zudem hatten westliche Regierungen und Menschenrechtsgruppen moniert, dass die Journalisten im berüchtigten Tora-Gefängnis in Untersuchungshaft saßen.

“Das ist sehr enttäuschend”, sagte der britische Botschafter James Watt der Nachrichtenagentur Reuters zum Urteil. Ohne Pressefreiheit habe die Demokratie keine Grundlage. Die ägyptischen Behörden bestreiten, dass der Fall ein Eingriff in die Pressefreiheit sei. Die Journalisten seien aufgefallen, weil sie ohne gültige Akkreditierung gearbeitet hätten.

Nach dem Sturz Mursis sind die Muslimbrüder in Ägypten zur Terrorgruppe erklärt und verboten worden. Das Golfemirat Katar, das auch Al-Dschasira finanziert, unterstützt dagegen die Organisation weiter. Seit dem Sturz Mursis sind die Beziehungen zwischen den Regierungen in Doha und Kairo angespannt.

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