July 2, 2013 / 9:09 AM / 5 years ago

Obama - Mursi muss auf Demonstranten eingehen

Daressalam (Reuters) - US-Präsident Barack Obama hat angesichts der Massenproteste in Ägypten Präsident Mohammed Mursi aufgefordert, auf die Demonstranten einzugehen.

Obama habe Mursi in einem Telefonat deutlich gemacht, dass die Krise nur durch Gespräche überwunden werden könne, teilte das US-Präsidialamt am Dienstag mit. Die USA unterstütze den Demokratisierungsprozess in Ägypten und nicht eine einzelne Partei oder Gruppe. Die mächtige ägyptische Armee hatte am Montag eine Lösung des Machtkampfs zwischen Mursi und der Protestbewegung binnen 48 Stunden gefordert. Mursi wies in der Nacht das Ultimatum zur Verständigung mit der Opposition zurück und kündigte an, an seinem eigenen Vorschlag für einen nationalen Dialog festhalten zu wollen.

Obama, der sich zum Abschluss einer achttägigen Afrika-Reise in Tansania aufhielt, forderte Mursi auf, einen politischen Prozess anzustoßen, der alle Seiten einbeziehe. “Zur Demokratie gehört mehr als Wahlen. Dazu gehört auch sicherzustellen, dass die Stimmen aller Ägypter gehört und durch die Regierung vertreten werden, auch der vielen Ägypter, die im ganzen Land demonstrieren”, heißt es in der Erklärung des US-Präsidialamts weiter. Die USA gehören zu den größten Geldgebern der ägyptischen Wirtschaft und des ägyptischen Militärs.

Mittlerweile sind sechs Minister zurückgetreten, darunter der staatlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge auch Außenminister Mohamed Kamel Amr. Er ist das ranghöchste Kabinettsmitglied, das dem islamistischen Präsidenten die Gefolgschaft verweigert und damit den Druck auf ihn erhöht.

Am Wochenende hatten Millionen Demonstranten den Rücktritt des Islamisten Mursi gefordert, der seit genau einem Jahr im Amt ist. Sie werfen ihm autokratisches Gebaren und eine Islamisierung des größten arabischen Staates vor. Außerdem machen sie Mursi für die extrem schlechte Wirtschaftslage und die dramatischen Versorgungsengpässe verantwortlich. Bei Auseinandersetzungen zwischen Mursi-Anhängern und -Gegnern sind seit Sonntag mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below