October 7, 2013 / 5:47 AM / 5 years ago

Mindestens 51 Tote bei Protesten in Ägypten

A riot police officer, on a armoured personnel carrier surrounded by anti-Mursi protesters (foreground), fires rubber bullets at members of the Muslim Brotherhood and supporters of ousted Egyptian President Mohamed Mursi along a road at Ramsis square, which leads to Tahrir Square, during clashes at a celebration marking Egypt's 1973 war with Israel, in Cairo October 6, 2013. At least 28 people were killed and more than 90 wounded in clashes during protests in Egypt on Sunday, security sources and state media said, as the crisis since the army seized power three months ago showed no sign of abating. REUTERS/Amr Abdallah Dalsh

Kairo (Reuters) - Bei gewaltsamen Protesten in Ägypten sind am Sonntag Sicherheitskreisen zufolge mindestens 51 Menschen getötet worden.

Die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtete zudem von mehr als 200 Verletzten. Nach Angaben des Innenministeriums starben die meisten Menschen in der Hauptstadt Kairo und in Vororten. 423 Menschen seien festgenommen worden, hieß es weiter. Die Kämpfe brachen aus, als Anhänger und Gegner des vom Militär gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi auf die Straßen gingen. Die meisten Toten hätten Schussverletzungen erlitten, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ein Mediziner sagte, die Polizei und das Militär hätten von einer Brücke aus auf Anhänger der Muslimbrüder geschossen.

In Kairo ignorierten Tausende Anhänger der Muslimbrüder Warnungen der Regierung und demonstrierten für Mursi. Sie marschierten in Richtung des Tahrir-Platzes, auf dem sich Regierungsanhänger zum Gedenken an den Jahrestag des Angriffs auf Israel 1973 versammelten. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Muslimbrüder vom Platz fernzuhalten. Die Regierung erklärte, jeder, der während der Gedenkveranstaltung gegen die Armee auf die Straße gehe, werde als Agent feindlicher Mächte und nicht als Demonstrant angesehen. Auch in anderen Städten wie Alexandria, Suez und Aswan kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Mursi-Anhängern und -Gegnern.

Die Muslimbrüder sehen sich starkem Druck der Regierung ausgesetzt. Hunderte Anhänger wurden im Sommer bei Ausschreitungen getötet, ihre Anführer sitzen im Gefängnis. Die Bewegung ist seit knapp zwei Wochen faktisch verboten. Ein Gericht untersagte den Islamisten jedwede Tätigkeit und ordnete die Beschlagnahmung von deren Geldern an.

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