March 26, 2018 / 4:00 PM / in a month

Präsidentenwahl in Ägypten - Wahlbeteiligung Schlüsselfrage

Kairo (Reuters) - In Ägypten hat am Montag die Präsidentenwahl begonnen, bei der sich Amtsinhaber Abdel Fattah al-Sissi um ein erneutes Mandat bemüht.

A woman holds a child as she casts her vote during the presidential election in Cairo, Egypt March 26, 2018. REUTERS/Ammar Awad

Angesichts fehlender aussichtreicher Gegenkandidaten bei der auf drei Tage angesetzten Abstimmung gilt der ehemalige General als klarer Favorit. Wie stark sein Mandat ausfällt, hängt jedoch auch von der Wahlbeteiligung ab. Sollte diese gering ausfallen, dürften Zweifel aufkommen, ob der 63-Jährige genügend Rückhalt für Reformen zur Ankurbelung der Konjunktur hat. Die Wirtschaft des nordafrikanischen Landes leidet unter den Auswirkungen der Revolution von 2011, die Touristen und ausländische Investoren verschreckte.

Bis zum Abend des ersten Wahltags lies sich zunächst kein klarer Trend ausmachen. In den Morgenstunden kamen nach Angaben von Augenzeugen nur wenige Wähler in die Stimmlokale. Allerdings war es ein normaler Arbeitstag, weshalb viele Ägypter erst nach Feierabend ihre Stimme abgeben dürften. Reuters-Reporter sahen Busse, in denen Anhänger Al-Sissis zu Wahllokalen gefahren wurden.

Al-Sissi war 2014 mit fast 97 Prozent der Stimmen zum Staatschef des nordafrikanischen Landes gewählt worden. Damals hatten weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Al-Sissi betrachtet sich als Garant von Stabilität und Sicherheit und wertet die Abstimmung als Referendum über seine bisherigen vier Amtsjahre.

Die wichtigsten Gegenkandidaten hatten sich im Januar aus dem Rennen zurückgezogen und über Repressalien geklagt. Al-Sissis relativ unbekannten Herausforderer Mussa Mostafa Mussa werden kaum Chancen auf einen Sieg eingeräumt, zumal er in der Vergangenheit Al-Sissi unterstützte.

Kritiker werfen dem vom Westen unterstützten Al-Sissi eine harte Sparpolitik sowie die Unterdrückung der Opposition und der Presse vor. Seine Anhänger halten die Maßnahmen dagegen für nötig, um das Land nach dem politischen Chaos zu stabilisieren und einen islamistischen Aufstand auf der Sinai-Halbinsel niederzuschlagen. Al-Sissi hatte 2013 den demokratisch gewählten islamistischen Präsidenten Mohamed Mursi von der Muslimbruderschaft mit Hilfe des Militärs gestürzt.

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