March 29, 2018 / 1:36 PM / 4 months ago

Ägyptens Präsident Al-Sissi sichert sich zweite Amtszeit

Kairo (Reuters) - Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sissi hat sich in einer von der Mehrheit der Bürger boykottierten Wahl eine zweite Amtszeit gesichert.

Egyptian President Abdel Fattah al-Sisi casts his vote during the presidential election in Cairo, Egypt March 26, 2018. The Egyptian Presidency/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY.

Nach vorläufiger Zählung kam der Amtsinhaber auf 92 Prozent der Stimmen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena am Donnerstag berichtete. Vor vier Jahren war Al-Sissi mit 97 Prozent gewählt worden. Die Wahlbeteiligung dürfte der staatlichen Presse zufolge von 47 Prozent auf rund 40 Prozent gefallen sein. Das endgültige Ergebnis wird am Montag erwartet. Alle aussichtsreichen Konkurrenten hatten sich im Januar aus dem Rennen zurückgezogen und über Repressalien geklagt.

Weil echte Gegner fehlten, richtete sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Wahlbeteiligung. Eigentlich herrscht in Ägypten Wahlpflicht: Nichtwählern drohen Geld- und Gefängnisstrafen. Bisher wurde die Wahlpflicht aber nicht rigoros durchgesetzt. Aus Kreisen von Wahlbeobachtern hieß es, in den ersten beiden Tagen der auf drei Tage angesetzten Wahl habe die Stimmabgabe bei 21 Prozent gelegen. Al-Sissi betrachtet sich als Garant von Stabilität und Sicherheit und wertet die Abstimmung als Referendum über seine erste Amtszeit.

Kritiker werfen dem vom Westen unterstützten Al-Sissi die Unterdrückung der Opposition und der Presse vor. Seine Anhänger halten die Maßnahmen dagegen für notwendig, um das Land zu stabilisieren und einen islamistischen Aufstand auf der Sinai-Halbinsel niederzuschlagen. Al-Sissi hatte 2013 den demokratisch gewählten, islamistischen Präsidenten Mohamed Mursi von der Muslimbruderschaft mit Hilfe des Militärs gestürzt.

Staatsmedien berichteten, bei seiner Wiederwahl könne sich Al-Sissi vor allem auf die Jugend stützen. Seinem weitgehend unbekannten Herausforderer Mussa Mostafa Mussa wurden von Anfang an kaum Chancen eingeräumt, zumal er früher Al-Sissi unterstützte. Einige Wähler berichteten, sie hätten für ihre Stimmabgabe Geld oder andere Anreize wie Lebensmittel bekommen.

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