August 6, 2018 / 9:02 AM / 3 months ago

Berater verdienen sich an Handelsstreit eine goldene Nase

Shanghai (Reuters) - Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China wird für Beraterfirmen zur Goldgrube.

FILE PHOTO: Chinese and U.S. flags are set up for a meeting during a visit by U.S. Secretary of Transportation Elaine Chao at China's Ministry of Transport in Beijing, China April 27, 2018. Picture taken April 27, 2018. REUTERS/Jason Lee/File Photo

Sei es Expertise im Management oder Spezialwissen in der Logistik, der sich verschärfende Konflikt beflügelt die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen. “Unser Wert war nie höher. Wenn ich mit Leuten spreche sind sie verzweifelt auf der Suche nach Expertise”, sagt etwa Robert Stein, Vize-Präsident von Mohawk Global Trade Advisors in den USA. Die auf internationalen Handel ausgerichtete Firma verzeichnet seit der Zuspitzung des Streits im ersten Quartal einen Anstieg der Beratungsleistungen um 20 Prozent.

Gefragt sind unter anderem die Dienste von Beratern, die Unternehmen mit Expertise in Zoll-Fragen versorgen können. Ein Thema ist die Rechtsberatung von Firmen, die wissen wollen, wie sich Produkte legal neu einstufen lassen, um Zöllen zu entgehen. In solchen Fragen ist die US-Firma Deringer Spezialist. Laut Amy Marcus, Deringer-Direktorin zuständig für Zollthemen, klopfen inzwischen mehr Kunden an, die hierin Hilfe suchen.

Das gilt für Consultancy-Gesellschaften in beiden Ländern. So nahm bei der chinesischen Beratungsgesellschaft ETCN nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr die Zahl der US-Nutzer ihrer Internetseite um 40 Prozent zu. ETCN bietet unter anderem Hilfe in chinesischen Zollfragen an.

US-Präsident Donald Trump hatte China zur Wochenmitte angedroht, weitere Produkte des asiatischen Landes in einem Volumen von rund 200 Milliarden Dollar mit höheren Einfuhrzöllen zu belegen. China hatte daraufhin erklärt, komme es dazu, werde das Land mehr als 5000 US-Produkte im Importwert von 60 Milliarden Dollar mit Zöllen von bis zu 25 Prozent belegen. Zudem behielt sich die Regierung weitere Maßnahmen vor.

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