September 9, 2019 / 8:07 AM / 3 months ago

Hongkonger Bürgerrechtler Wong in Deutschland erwartet

Pro-democracy activist Joshua Wong speaks to the media at the Eastern Court after being released on bail in Hong Kong, China August 30, 2019. REUTERS/Anushree Fadnavis

Berlin/Hongkong (Reuters) - Der durch die Massenproteste in Hongkong bekanntgewordene Bürgerrechtler Joshua Wong wird am Montag in Deutschland erwartet.

Ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert aber nicht geplant. In Berlin könnte es allerdings zu einer Begegnung mit Außenminister Heiko Maas kommen. Der Minister begrüßte, dass Wong kurz zuvor in Hongkong aus Polizeigewahrsam entlassen worden war. Wong war unter dem Vorwurf festgenommen worden, gegen Kautionsauflagen verstoßen zu haben. Laut “Bild” trat Wong unterdessen seine Reise nach Deutschland an. Er soll demnach am Abend in Berlin an einem Fest der Zeitung teilnehmen.

“Die Bundeskanzlerin plant nicht, Herrn Wong zu treffen”, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert auf Anfrage. Maas sagte dagegen, er könnte die Gelegenheit habe, Wong im Tagesverlauf zu sprechen. Am Mittwoch soll sich Wong auf einer Veranstaltung der Bundespressekonferenz zur Lage in Hongkong äußern.

Der junge Bürgerrechtler hatte sich zuletzt enttäuscht von Merkels Besuch in China gezeigt. Die Bundeskanzlerin hätte sich noch deutlicher äußern und für freie Wahlen einsetzen müssen, sagte er der “Bild am Sonntag”. Die Kanzlerin hatte in China erklärt, die Volksrepublik müsse sich in Hongkong um eine friedliche Lösung bemühen.

Die anhaltenden Massenproteste in der ehemaligen britischen Kolonie hatten sich an einem inzwischen gekippten Gesetz für Auslieferungen in die Volksrepublik entzündet. Sie mündeten in eine größere Bewegung von Regierungskritikern, die vehement die Freiheiten der chinesischen Sonderverwaltungszone verteidigen. Am Wochenende kam es erneut zu Ausschreitungen.

China warnte die Demonstranten eindringlich vor weiteren Eskalationen. Hongkong sei ein untrennbarer Teil der Volksrepublik, schrieben staatliche chinesische Medien am Montag. Jede Art von Abspaltungsversuche werde “zerquetscht”. Ungeachtet der Warnung zeigen Hunderte Schüler am Montag Solidarität mit der Protestbewegung. In mehreren Stadtteilen bildeten sie vor noch vor Unterrichtsbeginn Menschenketten. Sie trugen Schuluniformen, einige von ihnen auch Masken.

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