September 10, 2019 / 8:09 AM / 12 days ago

Berlin weist Chinas Kritik an Begegnung Maas/Wong zurück

Hong Kong pro-democracy activist Joshua Wong and German Foreign Minister Heiko Maas attend the the summer party "Bild 100" of German publisher Axel Springer at the Reichstag building in Berlin, Germany, September 9, 2019. Picture taken September 9, 2019. REUTERS/Hannibal Hanschke

Berlin/Peking (Reuters) - Das Auswärtige Amt hat die Kritik aus China über eine Begegnung von Bundesaußenminister Heiko Maas mit dem Hongkonger Aktivisten und Regierungskritiker Joshua Wong zurückgewiesen.

Im Außenministerium wurde am Dienstag auf Anfrage auf die Position vom Vortag verwiesen: Treffen mit Mitgliedern der Zivilgesellschaft seien ein ganz normales Verfahren. Maas habe zudem darauf verwiesen, dass sich die Bundesregierung immer für Meinungsfreiheit einsetze.

Das chinesische Außenministerium hatte zuvor gegen das Zusammentreffen von Maas und Wong Beschwerde eingelegt. Eine Ministeriumssprecherin sagte am Dienstag in Peking, man sei “extrem unzufrieden und vehement dagegen”, dass Wong nach Deutschland einreisen konnte und ihm erlaubt worden sei, den Außenminister zu treffen.

Maas war Wong am Montagabend bei einer Veranstaltung im Bundestagsgebäude Maas begegnet und hatte sich gemeinsam mit ihm ablichten lassen. Es sei kein formaler Empfang im Auswärtigen Amt oder ein weiteres Treffen geplant, hieß es im Außenministerium.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte schon am Montag erklärt, es sei keine Begegnung zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Wong geplant. Dieser will am Mittwoch in der Bundespressekonferenz auftreten. Merkel hatte bei ihrem Besuch in Peking vergangenen Freitag - wie bei fast jedem China-Besuch - Menschenrechts-Anwälte empfangen.

Der Hongkonger Bürgerrechtler hatte am Montag auf einer Veranstaltung in Berlin erklärt, die ehemalige britische Kronkolonie sei nun ein Bollwerk zwischen der freien Welt und der “Diktatur Chinas”. Er zog Parallelen zwischen der friedlichen Wiedervereinigungsbewegung in Deutschland und dem Freiheitskampf in Hongkong und forderte freie Wahlen in Hongkong. “Wenn wir in einem neuen Kalten Krieg sind, dann ist Hongkong das neue Berlin.”

Wong war kurz vor seinem Abflug nach Deutschland in Hongkong aus Polizeigewahrsam entlassen worden. Er hatte sich zuletzt enttäuscht von Merkels Besuch in China gezeigt. Merkel hätte sich noch deutlicher äußern und für freie Wahlen einsetzen müssen, sagte er “Bild am Sonntag”. Die Kanzlerin hatte in Peking öffentlich angemahnt, dass den Bürgern in Hongkong die im Abkommen zwischen Großbritannien und China 1984 festgeschriebenen Rechte und Freiheiten gewährt werden müssten. Sie hatte zudem an die chinesische Führung appelliert, die Spannungen in Hongkong friedlich beizulegen.

Die Regierungschefin der Sonderverwaltungszone, Carrie Lam, warnte am Dienstag vor einer Intervention “ausländischer Parlamente” in innere Angelegenheiten. Dies bezog sich allerdings offenbar weniger auf den Bundestag, sondern vielmehr den US-Kongress. Demonstranten hatte am Sonntag vor dem US-Konsulat in Hongkong protestiert und gefordert, dass der US-Kongress Hongkong spezielle Handelsrechte zugestehen sollte.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below