August 14, 2019 / 5:28 AM / 11 days ago

China rückt Hongkong-Proteste in die Nähe von Terror

Armed police patrol the departure hall of the airport in Hong Kong after previous night's clashes with protesters, China August 14, 2019. REUTERS/Thomas Peter

Hongkong/Peking (Reuters) - China hat nach erneut gewaltsamen Protesten in Hongkong den Ton verschärft.

Die Demonstrationen am internationalen Flughafen der Finanzmetropole kämen “nahezu terroristischen Akten” gleich, teilte die für Hongkong- und Macau-Fragen zuständige Behörde der Volksrepublik am Mittwoch mit. Sie forderte eine strenge Bestrafung der regierungskritischen Demonstranten, die sich gegen einen zu starken Einfluss Chinas auf die frühere britische Kronkolonie wenden. Chinesische Staatsmedien verlangten ein entschiedenes Vorgehen gegen die Proteste. Am Flughafen in der chinesischen Sonderverwaltungszone wurden unterdessen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Auch am Dienstag war es wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, bei denen diese Tränengas einsetzte. Am Flughafen - einem der größten der Welt - fielen erneut Hunderte Flüge aus, teilweise kam er sogar ganz zum Erliegen. Fünf Personen wurden nach Polizeiangaben in Gewahrsam genommen, seit Juni sind es damit mehr als 600 im Zusammenhang mit den Protesten.

Einige Dutzend der meist schwarz gekleideten Demonstranten waren auch am Mittwoch noch am Flughafen. Arbeiter reinigten das Gebäude von Blut und beseitigten Trümmer. Die Check-in-Schalter wurden wieder geöffnet. Die Flughafenbehörde teilte mit, es würde nur noch Passagiere mit einem Ticket für die kommenden 24 Stunden ins Terminal gelassen. Für Demonstranten soll es nur noch spezielle Bereiche geben.

Laut der chinesischen Hongkong-Behörde wurden bei den Zusammenstößen auch ein Reporter der chinesischen Zeitung “Global Times” sowie ein Tourist angegriffen. In einem Kommentar auf der Titelseite der Zeitung der Kommunistischen Partei hieß es, Hongkong befinde sich an einer wichtigen Weggabelung. Die Gewalt müsse gestoppt und die Ordnung wieder hergestellt werden. Allerdings wurde in den Berichten der Staatsmedien kein militärisches Eingreifen gefordert.

Laut US-Präsident Donald Trump verlegt China Truppen an die Grenze zu Hongkong. Trump berief sich dabei auf US-Geheimdienstinformationen. Es blieb zunächst aber unklar, ob er von neuen Truppenbewegungen sprach oder von Verlegungen, über die in Medien bereits berichtet worden war.

Die zuletzt zunehmend eskalierenden Proteste in Hongkong begannen vor mehr als zwei Monaten. Sie richteten sich zunächst gegen Gesetzespläne für eine Auslieferung Beschuldigter an China, die mittlerweile aber auf Eis gelegt wurden. Die Demonstranten werfen Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam zudem eine zu große Nähe zu Peking vor und fordern ihren Rücktritt, was diese ablehnt.

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