August 13, 2019 / 5:16 AM / a month ago

Flughafen Hongkong wieder offen - Über 200 Flüge gestrichen

Passengers queue at check-in counters as the airport reopened a day after flights were halted due to a protest, at Hong Kong International Airport, China August 13, 2019. REUTERS/Issei Kato

Hongkong (Reuters) - An dem zu Wochenbeginn geschlossene Flughafen von Hongkong ist am Dienstagmorgen den Betrieb wieder angelaufen.

Ein Reuters-Reporter berichtete von einer etwa 100 Reisende zählenden Schlange vor einem Schalter der Fluggesellschaft Cathay Pacific. Auf der Handy-App des Flughafens hieß es, der Flugplan werde neu terminiert und es sei zu erwarten, dass einzelne Flüge davon betroffen seien. Cathay Pacific erklärte, es seien rund 200 Flüge gestrichen worden, man werde lediglich eine begrenzte Anzahl von Starts und Landungen durchführen. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei anderen Fluggesellschaften, etwa Emirates und Vorgin.

Am Montag hatte die Flughafen-Behörde den Betrieb an dem Flughafen eingestellt. Etwa 190 Flüge waren nach chinesischen Angaben betroffen. Der konkrete Auslöser für den Schritt war nicht klar. In dem Gebäude hielten sich seit vier Tagen Tausende Demonstranten auf, die dort auf friedliche Weise gegen die Regierung protestieren. Bis zum Dienstagmorgen hatten die allermeisten Menschen den Flughafen verlassen, lediglich rund 50 harrten in dem Gebäude aus und protestierten weiter. Die Flughafenverwaltung hat die Demonstranten für die Schließung des mit rund 73 Millionen jährlichen Passagieren achtgrößten Flughafens der Welt am Montag verantwortlich gemacht.

Die Demonstrationen am Airport sind Teil einer größeren Protestbewegung, die in den vergangenen Wochen immer wieder Teile der Millionenmetropole lahmgelegt hat. Zuletzt kam es dabei auch vermehrt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und der Polizei. In der chinesischen Regierung werden inzwischen Vergleiche zum Terrorismus gezogen. Das schürt Sorgen, dass die Sicherheitskräfte demnächst härter durchgreifen könnten. Ein Vertreter der US-Regierung rief alle Seiten dazu auf, auf Gewalt zu verzichten. Der Mehrheitsführer der Republikanischen Partei im US-Senat, Mitch McConnell, erklärte, ein Einsatz von Gewalt gegen die Demonstranten wäre vollkommen inakzeptabel. Er lobte die Demonstranten dafür, dass sie sich der Kommunistischen Partei Chinas mutig entgegenstellten.

Die Proteste hatten sich an Plänen der Regierung für ein Gesetz zur Auslieferung von Beschuldigten an China entzündet. Regierungschefin Carrie Lam hat den Entwurf zwar für tot erklärt. Allerdings weiten sich die Proteste seit Mitte Juni stetig aus. Mittlerweile fordern die Demonstranten den Rücktritt Lams, der sie zu große Nähe zur Führung in Peking vorwerfen. Der früheren britischen Kronkolonie Hongkong wurden nach der Übergabe an China 1997 besondere Rechte wie das der freien Meinungsäußerung eingeräumt. Diese Rechte sehen die Regierungskritiker nun gefährdet.

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