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Weltnachrichten

Chinesische Behörden nehmen zehn Hongkonger auf See fest

The Chinese national flag is seen in Beijing, China April 29, 2020. REUTERS/Thomas Peter

Hongkong (Reuters) - Die chinesischen Behörden haben vor der Küste der im Süden gelegenen Provinz Guangdong ein Boot abgefangen und mindestens zehn Menschen an Bord festgenommen.

Medien in Hongkong berichteten am Donnerstag von zwölf Bürgern der Finanzmetropole, die beim Versuch, Taiwan zu erreichen, festgesetzt worden seien. Dort hätten die Menschen politisches Asyl beantragen wollen, hieß es in den Berichten ohne nähere Angabe von Quellen. Die Küstenwache von Guangdong teilte auf ihrer Internet-Seite mit, die zehn Personen seien bereits am Sonntag festgenommen worden.

Sollte sich dies bestätigen, wäre das einer der seltenen Fälle, in denen chinesische Behörden Hongkonger Bürger beim Versuch festnehmen, ihre Stadt zu verlassen. Es war zunächst nicht klar, was den Festgenommenen vorgeworfen wird. Der Hongkonger Polizeichef Chris Tang sagte, ihm lägen keine Informationen über die Festnahme vor. Er bemühe sich um Aufklärung darüber, ob unter den Festgenommenen auch pro-demokratische Aktivisten seien.

Taiwan ist ein begehrtes Ziel für viele Hongkonger, die nach der Verhängung des umstrittenen sogenannten Sicherheitsgesetzes die chinesische Sonderverwaltungszone verlassen wollen. Das Gesetz ist der radikalste Einschnitt in die Autonomie der Finanzmetropole, die ihr bei der Übergabe von Großbritannien an China 1997 nach dem Prinzip “Ein Land - zwei Systeme” für mindestens 50 Jahre zugesagt wurde. Es sieht lebenslange Haft als Höchststrafe für zahlreiche Vergehen vor, die Chinas Behörden als Subversion, Abspaltung und Terrorismus werten.

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