November 19, 2019 / 5:53 AM / 17 days ago

Hongkongs Regierungschefin drängt Uni-Demonstranten zur Aufgabe

Hong Kong's Chief Executive Carrie Lam addresses a news conference in Hong Kong, China November 11, 2019. REUTERS/Tyrone Siu

Hongkong (Reuters) - Nach tagelangen Ausschreitungen rund um die Polytechnische Universität in Hongkong hat Regierungschefin Carrie Lam die letzten auf dem Campus verschanzten Demonstranten zur Aufgabe aufgefordert.

Wenn die Regierungsgegner “auf friedliche Weise rauskommen”, müsse es auch keine Gewalt geben, sagte Lam am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Sie habe die Polizei angewiesen, menschlich mit der Lage umzugehen. Sollte sich die Situation jedoch ändern, müssten die Beamten “notwendige Maßnahmen” ergreifen, sagte Lam und drohte damit ein härteres Vorgehen an.

Die Hochschule ist die letzte von fünf Universitäten, die Demonstranten besetzt halten und als Basis nutzten, um von dort aus ihre Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone zu organisieren. Die Polizei hat das Gelände umstellt. Seit dem Wochenende kam es zu schweren Zusammenstößen, bei denen mehr als 200 Menschen verletzt wurden. Nach Angaben von Lam haben inzwischen 600 Demonstranten den Campus verlassen, ein Drittel von ihnen sei unter 18 Jahre alt gewesen.

“WENN WIR AUFGEBEN, SIND WIR ERLEDIGT”

Etwa 100 Demonstranten hielten sich Dienstag auf dem Uni-Gelände noch auf. Viele harrten im Hauptgebäude aus. Zunehmend machte sich Verzweiflung breit. Einige sagten, sie hätten genau drei Möglichkeiten: sich der Polizei ergeben, in Krankenwagen abtransportiert zu werden oder zu fliehen. Wie schon in den vergangenen Tagen versuchten auch in der Nacht Dutzende Regierungsgegner, vom Campus zu gelangen ohne verhaftet zu werden. Mehrere Versuche verliefen erfolglos. “Wir überlegen die ganze Zeit, wie wir entkommen können, aber jedes mal wenn wir eine Stelle auswählen, sehen wir viele Polizisten in der Nähe”, sagte ein 22-Jähriger. “Aber wenn wir aufgeben, sind wir erledigt.”

Seit Juni demonstrieren immer wieder Zehntausende Menschen für Demokratie und gegen die Hongkonger Regierung, der sie zu große Nähe zur Führung in Peking vorwerfen. Die anfangs friedlichen Proteste schlugen zuletzt immer mehr in Gewalt um. Viele Demonstranten befürchten, dass es zu noch mehr Blutvergießen kommt und sich womöglich Chinas Militär in den Konflikt einschaltet. Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte wies Hongkongs neuer Polizeichef Chris Tang gleichwohl zurück. Eine falsche Berichterstattung - “fake news” - unterhöhle den Ruf einer Polizei, die lange als eine der besten in Asien anerkannt gewesen sei. Das Gesetz werde in Hongkong in einem “massiven Ausmaß” gebrochen. “Und von einem bestimmten Bereich der Gesellschaft werden diese illegalen Handlungen auch noch gebilligt.”

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