July 1, 2019 / 10:14 AM / in 16 days

Demonstranten in Hongkong stürmen Parlament

A protester breaks into the Legislative Council building during the anniversary of Hong Kong's handover to China in Hong Kong, China July 1, 2019. REUTERS/Thomas Peter

Hongkong (Reuters) - Aus Protest gegen einen wachsenden Einfluss Chinas sind Zehntausende in Hongkong auf die Straße gegangen und Hunderte haben das örtliche Parlament gestürmt.

Viele Demonstranten bewaffneten sich am Montag mit Eisenstangen, Straßenschildern, trugen Helme und drückten die Türen zum Gebäude der Volksvertreter ein. Sie rissen Bilder von den Wänden und besprühten die Wände mit Graffiti. Die mit Schlagstöcken ausgestattete Bereitschaftspolizei setzte Pfefferspray ein und verlangte die Räumung des Gebäudes, worauf die Demonstranten zunächst nicht eingingen.

Am Jahrestag der Übergabe der britischen Kronkolonie an China vor 22 Jahren hingen Transparente mit der Aufschrift “Free Hong Kong” an Brücken. In den vergangenen drei Wochen protestierten insgesamt über eine Million Menschen. Anlass war ein Gesetz, das Auslieferungen von Ausländern an China ermöglichen soll. Dies wurde inzwischen zwar auf Eis gelegt, die Demonstranten verlangen aber die vollständige Abschaffung.

Hongkong gehört jetzt zwar formal zu China, hat aber eine Reihe von Sonderrechten und Freiheiten. So hat es eine unabhängige Justiz und eine eigene Regionalverwaltung. Regierungschefin Carrie Lam wird aber von China unterstützt und steht auch daher unter Druck.

CHINA BESTREITET EINFLUSSNAHME

Die Volksrepublik China bestreitet zwar eine Einflussnahme. Unter den Demonstranten ist aber die Ansicht verbreitet, dass das Auslieferungsgesetz nur ein weiterer Schritt hin zur vollständigen Kontrolle Chinas sein soll.

Carrie Lam trat am Montag zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder öffentlich auf und sagte mit Blick auf die Proteste: “Das macht mir sehr bewusst, dass ich als Politikerin mich immer wieder daran erinnern muss, die öffentliche Stimmung genau zu erfassen.”

Inzwischen werden erste Auswirkungen der Lage auf die Entwicklung der Wirtschafts- und Finanzmetropole bekannt. Wohlhabende Geschäftsleute begännen, Hongkong zu verlassen, und versuchten, ihren Besitz in Sicherheit zu bringen, berichteten Anwälte und Banker.

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