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Wirtschaftsnachrichten

Corona-Lockdown löst in Indien Rekordeinbruch der Wirtschaft aus

A view shows the Taj Mahal hotel after the government tightened up measures for coronavirus prevention in Mumbai, India, March 17, 2020. REUTERS/Francis Mascarenhas

Neu-Delhi (Reuters) - Die Wirtschaft Indiens ist angesichts der strengen Anti-Corona-Maßnahmen im Rekordtempo geschrumpft.

Das mit dem Beginn des Haushaltsjahrs einsetzende erste Quartal von April bis Juni brachte einen nie dagewesenen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 23,9 Prozent, wie die am Montag veröffentlichten offiziellen Daten ausweisen. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang um 18,3 Prozent auf dem Zettel. Verbraucherausgaben, Investitionen und Exporte brachen unter dem Lockdown ein, der Ende März verhängt wurde. Die wirtschaftlichen Aussichten für das Haushaltsjahr 2020/21 werden von Volkswirten düster eingeschätzt. Die Wirtschaft könnte mit einem Rückgang des BIP um fast zehn Prozent in dem Schwellenland so stark schrumpfen wie nie zuvor seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947: Millionen Indern droht der Rückfall in Armut.

Ministerpräsident Narendra Modi hatte im Mai ein Konjunkturpaket in Höhe von 266 Milliarden Dollar auf den Weg gebracht - neben Bürgschaften für Bankkredite waren darunter auch Gratis-Nahrungsmittelrationen für Arme. Doch noch immer haben sich Konsum und Industrie von dem Coronaschock nicht recht erholt. Immerhin wuchs der Landwirtschaftssektor um 3,4 Prozent in den Monaten von April bis Juni. Dies bedeutet auch Hoffnung für Millionen Wanderarbeiter, die in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt sind.

Das Corona-Virus hat sich in Indien schneller als in anderen Staaten der Welt ausgebreitet: Mehr als 3,6 Millionen haben sich angesteckt, mehr als 64.400 Menschen sind an den Folgen der Infektion gestorben.

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