August 5, 2019 / 7:33 AM / 18 days ago

Indien will Status von Kaschmir aufheben - Pakistan protestiert

Cricket - ICC Cricket World Cup - India v Afghanistan - The Ageas Bowl, Southampton, Britain - June 22, 2019 General view of an India flag outside the stadium before the match Action Images via Reuters/Paul Childs

Neu Delhi/Islamabad (Reuters) - Indien will den autonomen Sonderstatus seines Teils der Himalaja-Region Kaschmir aufheben und riskiert damit Unruhen in seinem nördlichsten Bundesstaat.

Zudem verschärften sich die Spannungen mit Pakistan, das wie Indien Anspruch auf die gesamte Region erhebt.

Die Regierung des Hindu-Nationalisten Narendra Modi brachte am Montag eine Initiative ins Parlament ein, mit der die Sonderrechte des Bundesstaates “Jammu und Kaschmir” gestrichen werden sollen. Dies ist der weitestgehende Vorstoß einer indischen Regierung zur Veränderung des status quo in der Unruhe-Region in nahezu sieben Jahrzehnten. Pakistan wertete den Vorstoß umgehend als illegal. Es würden alle Möglichkeiten ergriffen, um das Vorhaben zu verhindern, kündigte das Außenministerium in Islamabad an. Im indischen Teil Kaschmirs wurden führende Politiker unter Hausarrest gestellt sowie Internet- und Telefonverbindungen unterbrochen.

Regierungschef Modi will die in der Verfassung garantierte Vorschrift aufheben, nach der nur Einwohner des mehrheitlich von Muslimen bewohnten Bundesstaates Grundstücke kaufen können und dass nur Menschen aus Jammu und Kaschmir ein Anrecht auf Arbeitsplätze in der Verwaltung des Bundesstaates haben. Muslime sind eine Minderheit in dem mehrheitlich von Hindus geprägten Indien. Das muslimische Pakistan versteht sich als Schutzmacht der Muslime in ganz Kaschmir.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat bereits am Wochenende die Reise- und Sicherheitshinweise für die Region angepasst. Die Bundesregierung beobachte die angespannte Situation, sagte Ministeriumssprecherin Maria Adebahr in Berlin. Sie forderte die indische Regierung zum Dialog mit der betroffenen Bevölkerung auf. Alle weiteren Schritte müssten auf der indischen Verfassung fußen. Die Bundesregierung hoffe, dass die Lage ruhig bleibe und es einen Dialog gebe.

REGIERUNG ORDNET SCHLIESSUNG VON SCHULEN AN

Bereits früh am Montag setzen die Behörden Einschränkungen im öffentlichen Leben durch und schlossen alle Schulen in der größten Stadt Srinagar. Die Spannungen waren seit Freitag gestiegen, als die Regionalregierung von Kaschmir vor möglichen Angriffen von Militanten warnten, die aus Pakistan stammen. Tausende indische Touristen, Pilger und Arbeiter verließen daraufhin die Region panikartig. Pakistan bat am Sonntag US-Präsident Donald Trump um Vermittlung.

Die beiden Atommächte Pakistan und Indien beanspruchen Kaschmir jeweils für sich und haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 drei Mal Krieg gegeneinander geführt. Indien hatte vor einigen Monaten erstmals seit dem Krieg 1971 Angriffe auf pakistanisches Gebiet geflogen. Die Attacke der Luftwaffe hatte nach Darstellung der Regierung in Neu-Delhi einem Ausbildungslager einer Islamisten-Gruppe namens Jaish-e Mohammad gegolten, die einen Anschlag mit 40 Toten von Mitte Februar im indischen Teil Kaschmirs für sich reklamiert hatte. Nach Darstellung Pakistans gibt es solche Islamisten-Lager in dem Gebiet allerdings nicht.

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