13. November 2017 / 06:00 / in 10 Tagen

Mehr als 330 Tote bei Erdbeben im Iran und Irak

Bagdad/Ankara (Reuters) - Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Iran und im Irak wird das Ausmaß der Katastrophe immer deutlicher.

People walk past a damaged building following an earthquake in Sarpol-e Zahab county in Kermanshah, Iran November 13, 2017. REUTERS/Tasnim News Agency THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY.

Offiziellen Angaben zufolge stieg die Zahl der Getöteten auf mindestens 332, mehr als 2500 Menschen wurden verletzt. Die Behörden rechneten damit, dass die Zahlen weiter steigen. Rettungskräfte suchten am Montag in den Trümmern eingestürzter Gebäude weiter nach Überlebenden. In viele abgelegene Ortschaften konnten die Rettungsteams noch nicht vordringen. Am Sonntagabend hatte das Beben der Stärke 7,3 die Grenzregion zwischen beiden Ländern erschüttert. Die iranische Erdbebenwarte registrierte rund 118 Nachbeben.

Allein in der iranischen Provinz Kermanschah starben einem Bericht der Nachrichtenagentur Isny zufolge mindestens 328 Menschen. Das größte Krankenhaus des Bezirks Sarpol-e Sah wurde schwer beschädigt, wie der Chef der Notfalldaten, Pirjhossein Kuliwand, mitteilte. Hunderter dort eingelieferte Verletzte könnten nicht versorgt werden. Im Irak kamen kurdischen Rettungskräften zufolge vier Menschen ums Leben, 50 wurden verletzt.

ANGST VOR NACHBEBEN

Vielerorts fiel im Iran und Irak der Strom aus. Aus Furcht vor Nachbeben flohen die Menschen trotz Kälte auf die Straßen und in Parks und verbrachten die Nacht im Freien. 70.000 Menschen sind dem iranischen Roten Halbmond zufolge auf Notunterkünfte angewiesen. Innenminister Abdolresa Rahmani Fasle sagte, viele Straßen seien noch unpassierbar. Es sei zu befürchten, dass es noch viele Opfer in den abgelegenen Dörfern gebe. Viele Häuser im Iran sind aus Lehrzeiten gebaut, die bei einem Beben leicht zerbersten.

Der US-Erdbebenwarte zufolge hatte das Beben eine Stärke von 7,3. Das Epizentrum habe rund 100 Kilometer südlich der irakischen Stadt Sulajmanija in der kurdischen Region an der Grenze zum Iran gelegen. Der Iran liegt auf mehreren geologischen Vererbungslinien und wird daher häufig von Beben erschüttert. 2003 kamen bei einem Beben in der Stadt Bam rund 31.000 Menschen ums Leben.

Die Erdstöße waren auch in der irakischen Hauptstadt Bagdad zu spüren. “Zuerst habe ich gedacht, es handelt sich um eine riesige Bombe”, sagte Madschida Amir, die mit ihren Kindern beim Abendessen saß. “Doch dann haben alle geschrien: Erdbeben.” Am schwersten betroffen war die Stadt Darbandichan im Kurdengebiet. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden, sagte der kurdische Gesundheitsminister. In der Stadt Halabdscha wurde ein zwölfjähriger Junge durch ein herabfallendes Stromkabel getötet.

Auch in der türkischen Stadt Diyarbakir berichteten Anwohner von Erschütterungen, selbst in vielen Teilen Israels war das Beben Medienberichten zufolge zu spüren. Der türkische Rote Halbmond will nach eigenen Angaben 3000 Zelte, Heizkörper sowie 10.000 Betten und Decken an die irakische Grenze bringen. Die Aktionen würden mit den Rote-Halbmond-Organisationen im Irak und im Iran koordiniert.

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