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Großangriff der irakischen Armee auf Kirkuk - Ölpreis steigt
16. Oktober 2017 / 05:02 / in einem Monat

Großangriff der irakischen Armee auf Kirkuk - Ölpreis steigt

Bagdad/Kirkuk (Reuters) - Die irakische Armee hat eine Großoffensive auf die von Kurden kontrollierte Region um Kirkuk im Norden des Landes begonnen und binnen weniger Stunden wichtige Ziele eingenommen.

Kurdish forces on an armoured vehicle drive in the street of Kirkuk, Iraq, October 16, 2017, in this still image taken from a video. KURDISTAN 24 TV via REUTERS TV IRAQ OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN IRAQ

Nach Angaben der Armee übernahmen die Regierungstruppen am Montag nahezu kampflos den Flughafen von Kirkuk sowie die North Oil Company. Auch eine Erdgasanlage, ein Kraftwerk sowie große Gebiete rund um die Millionenstadt seien unter Kontrolle. Die Öl- und Gasförderung ist nach Angaben des Ölministeriums nicht beeinträchtigt. Dennoch zogen die Ölpreise auf dem Weltmarkt an. Die Offensive ist die bislang härteste Reaktion der Regierung in Bagdad auf das Unabhängigkeitsreferendum in der Kurdenregion und in Kirkuk, bei dem sich am 25. September eine deutliche Mehrheit für eine Loslösung vom Irak ausgesprochen hatte.

Nachdem die Regionalregierung Berichte über einen Vormarsch der irakischen Truppen zunächst als falsch zurückgewiesen hatte, meldete der kurdische Fernsehsender Rudaw später, kurdische Peschmerga-Einheiten hätten sich aus einigen Stellungen zurückgezogen. Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi rief die Peschmerga in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung auf, Teil der Streitkräfte zu werden. Er wies demnach die Armee an, zusammen mit der Bevölkerung und den Peschmerga für die Sicherheit in Kirkuk zu sorgen. Die Peschmerga drohten am Mittag aber damit, die irakische Regierung werde für die Offensive einen hohen Preis zahlen.

Die Stadt mit ihrer überwiegend kurdischen Bevölkerung war am Montag weiter unter kurdischer Kontrolle. “Wir haben keine Befehle, in die Stadt einzurücken. Wir sollen nur die Umgebung sichern”, sagte ein Kommandeur der irakischen Truppen zu Reuters. Diese brachten zwei Zufahrtsstraßen nach Kirkuk unter ihre Kontrolle.

ÖLANLAGEN SOLLEN BEI VORMARSCH VERSCHONT WERDEN

Das US-Verteidigungsministerium forderte beide Seiten auf, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Die USA haben sowohl die irakische Armee als auch die Peschmerga für den Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat mit Waffen ausgerüstet. Der Vertreter der kurdischen Regionalregierung in Washington, Bajan Sami Rahman, rief die USA Twitter auf, ihre Führungsrolle wahrzunehmen, um einen Krieg zu verhindern.

Kirkuk und die nahegelegenen Ölfelder werden seit 2014 von Peschmerga-Kämpfern kontrolliert. Sie übernahmen die Region, nachdem die irakische Armee vor dem anrückenden IS floh. Die nun eingenommene North Oil Company ist eine der beiden größten Ölunternehmen des Landes. Ein Vertreter des Ölministeriums erklärte, einige Kurdenanführer hätten zugestimmt, Kämpfe in Öl- und Gasanlagen zu vermeiden.

Während irakische Militärvertreter von einem nahezu widerstandslosen Vormarsch sprachen, berichteten Vertreter der Kurden von Gefechten zwischen Peschmerga und einer vom Iran ausgebildeten und bewaffneten Schiiten-Miliz. Der Iran unterstützt wie die Türkei das Einschreiten des Iraks gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden. Beide Nachbarländer haben große kurdische Minderheiten.

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