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Regional-Präsident - Irakische Kurden stimmten für Unabhängigkeit
27. September 2017 / 05:18 / in 25 Tagen

Regional-Präsident - Irakische Kurden stimmten für Unabhängigkeit

Bagdad/Erbil (Reuters) - In ihrem international kritisierten Unabhängigkeitsreferendum haben die irakischen Kurden nach Angaben ihrer Regionalregierung mehrheitlich mit “Ja” gestimmt.

Kurds celebrate to show their support for the independence referendum in Duhok, Iraq, September 26, 2017. REUTERS/Ari Jalal - RC1D50666780

Regional-Präsident Massud Barsani forderte die irakische Zentralregierung am Dienstagabend zu einem “ernsthaften Dialog statt Drohungen” auf. Der Ausgang des Referendums in dem erdölreichen Gebiet ist nicht bindend. Es soll Barsani aber ein Mandat für Verhandlungen mit der Regierung in Bagdad und den Nachbarstaaten geben. Die irakische Regierung lehnt Gespräche über eine Unabhängigkeit der Kurden ab.

Insgesamt leben in der Region etwa 30 Millionen Kurden verteilt auf mehrere Staaten. Wie der Irak sind auch die Türkei, Syrien und der Iran gegen die Abstimmung. Sie befürchten ein Erstarken kurdischer Autonomiebestrebungen in ihren Ländern. Die Türkei hält Militärmanöver an der Grenze zum Irak ab, auch der Iran hatte am Wochenende Soldaten im Grenzgebiet üben lassen. Der iranische Militärberater Jahja Rahim Safawi verurteilte das Referendum als “Hochverrat”. Der Iran habe den Flugverkehr in die Region gestoppt, sagte er der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Er hoffe, dass die Nachbarstaaten auch die Landwege sperren würden.

Der syrische Außenminister Walid al-Mualem sagte der Nachrichtenagentur Sana, sein Land erkenne die Abstimmung nicht an. Auch Deutschland hat sich gegen das Referendum ausgesprochen. Im Nordirak sind deutsche Soldaten stationiert, die kurdische Peschmerga für den Kampf gegen den IS ausbilden.

Barsani hat sich dem internationalen Druck bisher widersetzt und erklärt, die Kurden seien bereit, jeden Preis für ihre Freiheit zu zahlen. Der Ministerpräsident der kurdischen Regionalregierung, Nechirwan Barxani, sprach sich seinerseits gegen Gewalt aus. “Das Referendum bedeutet weder, dass morgen die Unabhängigkeit kommt, noch wollen wir neue Grenzen ziehen”, sagte er.

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