October 12, 2017 / 12:04 PM / 2 months ago

Kurdenregierung in Irak signalisiert Gesprächsbereitschaft

Bagdad/Ankara (Reuters) - Die kurdische Regionalregierung in Irak hat ihre Bereitschaft erklärt, im Streit über kurdische Flughäfen, Grenzposten und Banken mit der Zentralregierung in Bagdad zu reden.

Peshmerga fighters waiting in line to vote near Kurdish frontlines during the Kurds' independence referendum in Sheikh Amir, Iraq, September 25, 2017. REUTERS/Marius Bosch

Nach dem Unabhängigkeitsreferendum in der Kurdenregion im September verbot die Bagdader Regierung internationale Flüge dorthin, forderte von der Kurdenregierung die Übergabe der Grenzkontrollen und stoppte den Verkauf von Dollar an vier kurdische Banken. Die Zentralregierung betrachtet das Referendum in dem autonomen Gebiet als illegal und betreibt daher dessen Isolierung. Daran beteiligen sich auch die Türkei und Iran, die eine Stärkung des kurdischen Separatismus auf ihrem Staatsgebiet befürchten. So bestätigte ein türkischer Regierungssprecher, dass die Grenzübergänge zu Nordirak schrittweise geschlossen würden.

STREIT UM ÖLREICHE REGION KIRKUK

Die Regierung der autonomen Kurdenregion in Irak sprach von einer Kollektivstrafe. Um dies zu verhindern, lade sie den irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi abermals ein: “Wir sind bereit zu einem Dialog oder zu Verhandlungen in Übereinstimmung mit der irakischen Verfassung”, erklärte sie in der Nacht zum Donnerstag.

Am Vortag hatte die Kurdenregierung noch erklärt, sie verfüge über Informationen, wonach irakische Streitkräfte einen “großen Angriff” auf kurdische Einheiten vorbereiteten. Daran würden auch vom Iran ausgebildete irakische Paramilitärs beteiligt sein. Ein Sprecher des irakischen Militärs wies die Darstellung zurück. Ein Angriff auf kurdische Streitkräfte sei nicht geplant.

Einer der gegenwärtigen Streitpunkte zwischen den irakischen Kurden und der Zentralregierung in Bagdad ist die multi-ethnische Ölregion Kirkuk, auf die beide Seiten Anspruch erheben. Irakische Soldaten und schiitische Milizen kontrollieren Gebiete südlich und westlich der Stadt, in denen früher die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) herrschte.

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