July 17, 2018 / 7:19 AM / 3 months ago

Erneut Proteste gegen schlechte Lebensbedingungen im Irak

Basra (Reuters) - Im Irak haben sich auch am Dienstag Demonstranten in der Nähe des Ölfeldes Subair versammelt, um gegen schlechte Lebensbedingungen zu protestieren.

Protesters gather near the main provincial government building in Basra, Iraq July 15, 2018. REUTERS/Essam al-Sudani

Die Polizei sprach von rund 250 Menschen, die am Haupteingang bei Basra zusammengekommen seien. Sie ging mit Schlagstöcken und Gummischläuchen gegen die Menge vor. Im Süden des Landes, wo die gewaltigen Ölfelder liegen, weiten sich die Proteste seit mehr als einer Woche aus. Viele Iraker werfen ihrer Führung vor, den Reichtum aus den Ölvorkommen nicht mit der Bevölkerung zu teilen. Das Ölfeld bei Basra wird von einem Konsortium ausgebeutet, das der italienische Energiekonzern ENI anführt. ENI erklärte, die Ölförderung laufe normal.

Manche Demonstranten beklagen, ausländische Arbeiter auf den Ölfeldern nähmen ihnen die Jobs weg. “Wir, die Bevölkerung von Basra, hören immer vom irakischen Öl und den riesigen Einnahmen, aber wir haben nichts davon”, sagte ein Demonstrant. “Ausländer haben gute Jobs auf unseren Ölfeldern, und wir haben nicht einmal das Geld, um uns Zigaretten zu kaufen.”

Seit Tagen machen Iraker ihrem Unmut über Arbeitslosigkeit, eine unzuverlässige Stromversorgung sowie Korruption Luft. Bereits am Wochenende hatten Hunderte Demonstranten in Basra versucht, den Sitz der Provinzregierung zu stürmen. Ihr Zorn richtet sich gegen Gebäude der politischen Parteien und der mächtigen schiitischen Miliz. Auch in der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf kam es zu Protesten. In der Nähe des Ölfeldes Subair gab es ebenfalls schon Demonstrationen.

Die Ölindustrie ist für die Wirtschaft des Landes sehr wichtig. Im Mai wurden allein in Subair nach irakischen Angaben 475.000 Barrel pro Tag gefördert. Der Irak ist der zweitgrößte Erdölexporteur der Opec nach Saudi-Arabien. Die Ausfuhren tragen 95 Prozent zu den Staatseinnahmen bei. Eine massive Störung der Ölförderung hätte daher nicht nur Auswirkungen auf den Ölpreis, sondern auch auf den Etat und die ohnehin lahmende Gesamtwirtschaft des Iraks. Das Land braucht nach dem drei Jahre dauernden Krieg gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat dringend Milliarden Dollar für den Wiederaufbau.

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