November 28, 2019 / 1:39 PM / 9 days ago

Sicherheitskräfte töten 28 Demonstranten im Irak

Mourners carry the coffin of a demonstrator who was killed at an anti-government protest in Nassiriya, during a funeral in Najaf, Iraq November 28, 2019. REUTERS/Alaa al-Marjani

Bagdad (Reuters) - Im Irak sind bei erneuten Protesten gegen die Regierung nach Angaben von Rettungskräften mindestens 28 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Sicherheitskräfte schossen demnach am Donnerstagmorgen in der südirakischen Stadt Nassirija auf Demonstranten, die sich an einer Brücke versammeln wollten. Dabei starben mindestens 24 Menschen. Vier weitere seien in der Hauptstadt Bagdad getötet worden, als Sicherheitskräfte mit scharfer Munition auf Demonstranten nahe einer Brücke am Tigris schossen. In Nadschaf war am Mittwoch bei Protesten das iranische Konsulat gestürmt und in Brand gesetzt worden. Die Behörden setzten nach Angaben des Militärs inzwischen sogenannte Krisen-Zentren von Militär und Zivilverwaltung in den Provinzen ein, um die zunehmenden Unruhen unter Kontrolle zu bringen.

Die Proteste in Bagdad und anderen Städten hatten Anfang Oktober begonnen und waren zwischenzeitlich abgeklungen. Mittlerweile sind es die größten seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Saddam Hussein im Jahr 2003. Der Unmut der Bevölkerung richtet sich gegen die politische Elite, Misswirtschaft, Korruption und hohe Arbeitslosigkeit. Insgesamt wurden dabei bislang weit mehr als 300 Menschen getötet. Den Sicherheitskräften wurde in einem Regierungsbericht übermäßige Gewaltanwendung vorgeworfen.

Auch im benachbarten Iran hatte es - ausgehend von Benzinpreis-Erhöhungen - zuletzt Proteste gegeben - die größten seit 40 Jahren. Die iranische Führung hatte dies als Verschwörung bezeichnet, bei denen “Banditen” mit Verbindungen unter anderem zu den USA und Israel die Bevölkerung aufgehetzt hätten. Bei den Auseinandersetzungen starben nach Angaben von Amnesty International mindestens 143 Demonstranten. Der Iran weist dies zurück, nennt selbst aber keine Zahlen. Der Islamischen Republik setzen die US-Wirtschaftssanktionen im Streit über ihr Atom- und Raketenprogramm schwer zu.

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