June 20, 2012 / 5:08 AM / 6 years ago

Atomgespräche mit Iran bringen keine Annäherung

European Union Foreign Policy Chief Catherine Ashton adjusts glasses during a meeting with reporters in Moscow, June 19, 2012. Iran and world powers failed to resolve differences over Tehran's nuclear programme on Tuesday and agreed to a technical follow-up meeting in Istanbul on July 3, Ashton said. REUTERS/Sergei Karpukhin (RUSSIA - Tags: POLITICS ENERGY)

Moskau (Reuters) - Die internationalen Verhandlungen in Moskau über das iranische Atomprogramm haben keinen Durchbruch gebracht.

Es sei nicht gelungen, die entscheidenden Streitpunkte beizulegen, sagte am Dienstagabend die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, die die Delegation der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands leitete. In zwei Wochen solle es ein “technisches Treffen” in Istanbul geben. Davon werde abhängen, ob es weitere diplomatische Gespräche mit dem Iran gebe. Sie erwarte von dem Iran eine Entscheidung darüber, ob das Land willens sei, der Diplomatie eine Chance zu geben.

Der iranische Chefunterhändler Said Dschalili sagte, es gebe keinen Grund, an den friedlichen Absichten seines Landes bei der Atomenergie zu zweifeln. Er hoffe, dass ein Termin für ein Treffen mit den sechs Verhandlungspartnern nach den technischen Gesprächen gefunden werden könne.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, zwar lägen die Positionen noch weit auseinander, man wolle die Verhandlungen aber möglichst bald fortsetzen. “Unser Ziel ist eine politische und diplomatische Lösung”, sagte er. “Wir werden deshalb die gemeinsam mit unseren Partnern in der EU und den USA verfolgte Doppelstrategie aus Verhandlungen und Sanktionen fortsetzen und auch die vereinbarten Sanktionen gegen den Iran am 1. Juli in Kraft setzen.”

Das zweitägige Treffen in der russischen Hauptstadt am Montag und Dienstag war das dritte dieser Art seit April. Zuvor lagen die Atomgespräche 15 Monate auf Eis, die Beziehungen hatten sich deutlich abgekühlt. Während der Auftakt in Istanbul als positiv gewertet wurde, gelang in Bagdad nicht die erhoffte Annäherung. Der Westen hatte im Vorfeld der Moskauer Runde angekündigt, auf konkrete Ergebnisse zu dringen.

Ziel der Verhandlungen ist es, den jahrelangen Streit doch noch friedlich zu lösen. Israel behält sich einen Angriff auf iranische Atomanlagen vor, falls die Diplomatie scheitert. Die sogenannte P5+1 Gruppe - also die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland - will den Iran unter anderem davon abbringen, Uran höhergradig anzureichern, da sie fürchtet, dass das Land so an kernwaffentaugliches Material gelangen könnte. Die Islamische Republik erhofft sich im Gegenzug für Zugeständnisse Lockerungen der Sanktionen. Das Ölembargo der Europäischen Union soll am 1. Juli vollständig greifen, die verschärften US-Finanzsanktionen wenige Tage vorher. Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an Kernwaffen zu arbeiten.

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