November 6, 2019 / 10:17 AM / 9 days ago

Iran bringt trotz Verbots Urananreicherung auf den Weg

An Iranian flag flutters in front of the International Atomic Energy Agency (IAEA) headquarters in Vienna, Austria September 9, 2019. REUTERS/Leonhard Foeger

Dubai (Reuters) - Der Iran macht seine Drohung wahr und verstößt gegen weitere Auflagen aus dem internationalen Atomabkommen.

Präsident Hassan Ruhani erklärte, dass am Mittwoch damit begonnen werde, Urangas in die 1044 Zentrifugen der unterirdischen Anreicherungsanlage in Fordow einzuleiten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem schwerwiegenden Schritt. “Ich denke, dass der Iran erstmals in einer eindeutigen und unverblümten Weise entschieden hat, aus dem Atomabkommen auszusteigen”, sagte er am Rande eines China-Besuchs. Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete in Moskau das Vorgehen als äußerst alarmierend. Er forderte den Iran auf, sich an die 2015 geschlossene Vereinbarung zu halten. Schuld an der Situation seien aber die USA, die sich aus dem Abkommen einseitig zurückgezogen haben.

Der Iran schraubt seit Mai seine Verpflichtungen aus dem mühsam errungenen Abkommen schrittweise zurück. Ein Jahr zuvor hatte US-Präsident Donald Trump das Abkommen gegen den Widerstand der fünf anderen Vertragspartner, darunter Deutschland, aufgekündigt und nach und nach Sanktionen verhängt. Die Strafmaßnahmen setzen der iranischen Wirtschaft massiv zu.

Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass der Iran die Anlage in Fordow in ein Forschungszentrum umfunktioniert. Die Zentrifugen sollen für andere Zwecke als zur Urananreicherung genutzt werden, etwa zur Herstellung stabiler Isotope für zivile Zwecke. Atomares Material ist in Fordow verboten. Mit der Einleitung von Urangas wird das Forschungszentrum zu einer aktiven Atomanlage. Ein Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation sagte, mit den Zentrifugen werde Uran auf einen Grad von bis zu 4,5 Prozent angereichert. Waffenfähiges Uran muss bis auf 90 Prozent angereichert sein. Vor Abschluss des Atomabkommens hatte es der Iran bis auf 20 Prozent geschafft.

“Dank der Politik der USA und ihrer Verbündeten wird Fordow bald wieder voll in Betrieb sein”, sagte Ruhani. Das staatliche Fernsehen meldete, der vierte Schritt zur Rücknahme von Verpflichtungen aus dem Atomabkommen sei eine Reaktion auf den gewachsenen Druck der USA sowie “die Inaktivität der europäischen Beteiligten, das Abkommen zu retten”. Der Iran hat Deutschland, Frankreich und Großbritannien dafür eine zweimonatige Frist gesetzt. Die USA halten das Atomabkommen für nicht ausreichend, um sicher zu verhindern, dass der Iran an Nuklearwaffen gelangt. Der Iran hat Vorwürfe stets zurückgewiesen, wonach er heimlich nach Atomwaffen strebt.

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