May 15, 2019 / 1:54 PM / 2 months ago

Deutschland setzt Bundeswehr-Einsatz im Irak aus

Soldiers of the German armed forces Bundeswehr take part in farewell ceremony for Panzergrenadierbataillon 122, deployment in Lithuania, in Oberviechtach, Germany January 19, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

Berlin (Reuters) - Deutschland hat den Bundeswehr-Einsatz im Irak nach US-Warnungen ausgesetzt, bewertet die Sicherheitslage vor Ort aber offenbar weniger dramatisch als die Regierung in Washington.

“Die Bundeswehr hat das Training jetzt ausgesetzt. Das hat auch damit zu tun, dass wir uns an unseren Partnernationen orientieren, die diesen Schritt unternommen haben”, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, am Mittwoch in Berlin. Das heiße aber nicht, dass der Einsatz nicht in den nächsten Tagen wieder aufgenommen werden könne. Eigene Hinweise auf eine Bedrohungslage habe die Bundeswehr nicht. Die USA hatten ihre Truppen im Irak zuvor in hohe Alarmbereitschaft versetzt, da womöglich Angriffe vom Iran unterstützter Kräfte drohten.

“Wir haben im Moment keine Erkenntnisse für eine Veränderung der Sicherheitslage”, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr. Das Ministerium habe zur Kenntnis genommen, dass die USA Teile ihres Botschaftspersonals aus dem Irak abzögen. “Für uns ändert sich an der momentanen Sachlage erst einmal nichts”, erklärte sie dazu. Die Sicherheitsvorkehrungen an der deutschen Botschaft und am Generalkonsulat seien ohnehin sehr hoch und der Personalansatz seit langem der Sicherheitslage angepasst. Auf die Frage, ob die USA ein höheres Risiko für ihre Einrichtungen sähen als Deutschland, sagte sie: “Das scheint der momentane Stand zu sein.”

Die Bundeswehr bildet derzeit mit etwa 160 Soldaten im Irak einheimische Truppen aus. 60 der Soldaten sind im Großcamp Tadschi bei Bagdad stationiert, der Rest im Nordirak. Unter anderem im Hauptquartier in Bagdad arbeiten deutsche Soldaten Seite an Seite mit US-Soldaten.

Unklarheit herrschte weiter über Aussagen der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens, wonach es Sabotageakte gegen vier zivile Handelsschiffe in der Region gab. Die Bundesregierung erwarte hier Aufklärung über die Vorgänge, die zu einer Eskalation der Situation in der Region beitrügen, sagte Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Sabotageakte gegen Handelsschiffe seien ein ernster Schlag gegen offene Handelswege und das zentrale Recht der Freiheit auf hoher See. An Spekulationen, wer dahinter stecke, werde sich die Bundesregierung aber nicht beteiligen. Zuletzt hatten sich die Spannungen zwischen dem Iran und den USA erheblich verschärft.

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