December 27, 2009 / 3:20 PM / 10 years ago

Proteste im Iran - Bericht über Tod von Mussawi-Neffe

EDITORS' NOTE: Reuters and other foreign media are subject to Iranian restrictions on their ability to film or take pictures in Tehran. An Iranian protestor with his face covered with a green mask flashes the victory sign as he holds stones in his hands during clashes in central Tehran December 27, 2009. REUTERS/Stringer

Teheran (Reuters) - Die Protestwelle gegen die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Sonntag einen neuen Höhepunkt erreicht.

In der iranischen Hauptstadt Teheran und anderen Städten lieferten sich Demonstranten der Opposition zufolge zahlreiche Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Dabei sei auch ein Neffe von Oppositionsführer Mirhossein Mussawi ums Leben gekommen. Die Regierungsgegner sprachen von mindestens acht Todesopfern in der Hauptstadt und der nordwestlichen Stadt Tabriz. Die Teheraner Polizei dementierte die Angaben.

Die Anhänger der Reformbewegung nutzten die traditionelle Trauerfeier für den verstorbenen Großajatollah Hossein Ali Montaseri trotz Verboten zu Protesten gegen die erzkonservative Regierung. Montaseri starb am vergangenen Wochenende im Alter von 87 Jahren. Er war eine Art Mentor der Reformbewegung und galt als einer der schärfsten Kritiker Ahmadinedschads. Gemäß schiitischer Tradition erreichten die Trauerfeiern am siebten Tag nach dem Tod einen ersten Höhepunkt, der am Sonntag mit dem religiösen Feiertag Aschura zusammenfiel.

OPPOSITION: POLIZISTEN VERWEIGERN SCHIESSBEFEHL

Der 20-Jährige Neffe Mussawis sei am Mittag in Teheran bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften getötet worden, hieß es auf der Seite “parlemannews”. Die regierungskritische Internetseite “Jaras” berichtete zudem, es habe neben den Toten auch Verletzte gegeben, nachdem die Polizei das Feuer auf Anhänger der Reformbewegung eröffnet hatte. Auch in Tabris kam es demnach zu heftigen Zusammenstößen und mehreren Verwundeten.

Den Berichten zufolge widersetzten sich Polizisten teilweise der Anweisung, ihre Schusswaffen gegen Demonstranten einzusetzen. “Einige versuchen, in die Luft zu schießen, wenn sie von ihren Vorgesetzten unter Druck gesetzt werden”, hieß es auf Jaras. Auch in anderen Städten wie Isfahan, Nadschafabad und der heiligen Stadt Ghom wurden Zusammenstöße gemeldet. Diese Angaben konnten jedoch nicht von unabhängiger Seite überprüft werden, weil die iranischen Behörden ausländischen Journalisten die Berichterstattung über Kundgebungen verboten haben.

Die iranische Polizei wies die Oppositionsberichte über Tote bei den Demonstrationen in Teheran zurück. “Bislang liegen uns keine Berichte zu Tötungen vor, niemand wurde bisher getötet”, sagte der Teheraner Polizeichef Asisollah Radschabsadeh der Nachrichtenagentur Isna zufolge. Die Berichte über den Tod des Mussawi-Neffen lagen zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht vor.

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