November 27, 2019 / 11:41 AM / in 10 days

Iran räumt Demonstrationen mit 200.000 Teilnehmern ein

Iran's Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei speaks live on television after casting his ballot in the Iranian presidential election in Tehran June 12, 2009. REUTERS/Caren Firouz/File Photo

Genf (Reuters) - Die iranische Führung hat eingeräumt, dass die Demonstrationen in den vergangenen Wochen die größten seit 40 Jahren waren.

Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli sprach nach Angaben der Agentur Irna am Mittwoch von 200.000 Teilnehmern. Ein Mitglied des nationalen Sicherheitsrats sagte laut der Nachrichtenseite Entekhab, dass rund 7000 Menschen verhaftet worden seien. Das geistliche und staatliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, verurteilte die Proteste als “sehr gefährliche Verschwörung”. Verantwortlich dafür seien “Banditen”, die Verbindungen zu Exilanten sowie zu den USA, Israel und Saudi-Arabien unterhielten und die Bevölkerung aufgehetzt hätten, sagte Chamenei am Mittwoch.

Bei den Protesten, deren Auslöser am 15. November die Bekanntgabe einer Benzinpreiserhöhung war, wurden nach Angaben des iranischen Innenministeriums rund 730 Bankfilialen und 140 Regierungsgebäude in Brand gesetzt. Bei Auseinandersetzungen starben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge mindestens 143 Demonstranten. Die iranische Führung weist dies zurück, nennt selbst aber keine Zahlen.

“Eine tiefe, breite und sehr gefährliche Verschwörung, in die eine große Menge Geldes gesteckt wurde, ist durch das Volk zerschlagen worden”, sagte Chamenei bei einem Treffen mit Vertretern der paramilitärischen Basidsch-Einheiten seiner Website zufolge. Die Einheiten waren an der Niederschlagung der Proteste beteiligt. Innenminister Fasli erklärte der Nachrichtenagentur Irna zufolge, bei den Protesten seien mehr als 50 Stützpunkte, die von Sicherheitskräften genutzt wurden, attackiert worden. Außerdem seien 70 Tankstellen in Brand gesetzt worden. Wo sich diese Angriffe ereigneten, sagte Fasli nicht.

Die Proteste vor knapp zwei Wochen waren die größten seit 2009, als Demonstranten der Führung Wahlbetrug vorgeworfen hatten. Diesmal machten die Menschen zunächst ihrem Unmut Luft, dass mitten in den immer weiter verschärften US-Sanktionen die Benzinpreise erhöht werden sollen. Dann wurden aber auch Forderungen nach einem Rücktritt der Führung laut.

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