February 4, 2015 / 3:59 PM / 5 years ago

Jordanien richtet Extremisten nach Tod von Piloten hin

Relatives of Jordanian pilot Muath al-Kasaesbeh, who was captured by Islamic State after his plane crashed in northeastern Syria in December during a bombing mission against them, hold pictures of him at the family's headquarters in the city of Karak January 29, 2015 . Jordan said on Thursday it was still holding Iraqi would-be suicide bomber Sajida al-Rishawi as a deadline passed for her release set by Islamic State militants who threatened to kill Kasaesbeh unless she was handed over by sunset. REUTERS/Ahmad Abdo (JORDAN - Tags: CIVIL UNREST CRIME LAW POLITICS) - RTR4NIIY

Amman (Reuters) - Die Verbrennung eines jordanischen Kampfpiloten durch die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat auch in der arabischen Welt Entsetzen ausgelöst.

Jordanien reagierte mit der Hinrichtung von zwei zum Tode verurteilten Dschihadisten. Darunter war eine Irakerin, die 2005 an einer Serie von Selbstmordattentaten in der jordanischen Hauptstadt Amman beteiligt war. Muslimische Geistliche in Ägypten und Katar verurteilten die Ermordung des Piloten Muath al-Kassaesbeh als barbarische Gräueltat, für die es im Islam keine Rechtfertigung gebe.

Das Schicksal des Kampfpiloten hat Jordanien seit Wochen bewegt. Das jordanische Fernsehen zeigte Archivaufnahmen militärischer Manöver mit patriotischer Musik, während ein Bild von Kassaesbeh in Uniform am Bildschirmrand eingeblendet wurde. Jordaniens König Abdullah brach einen Besuch in den USA ab. In einer Fernsehansprache rief er zur nationalen Einheit auf und sprach von einem feigen Akt des Terrors. Jordanien ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA in der Region und beteiligt sich an den Luftangriffen gegen die IS-Miliz, die Teile Syriens und des Irak unter ihre Kontrolle gebracht hat. Zuletzt wurde sie im Nordirak von kurdischen Kämpfern zurückgedrängt.

GEISTLICHE: IS STEHT NICHT FÜR DEN ISLAM

Kassaesbeh war im Dezember mit seinem F-16-Kampfjet über Syrien abgestürzt und die Hände der Extremisten gefallen. Nach einem Bericht des jordanischen Staatsfernsehens wurde er bereits vor einem Monat getötet. In dem von den Islamisten gezeigten Video wird der Pilot zunächst befragt, welche Aufgabe er bei seinem Einsatz hatte. Dann steht ein Mann, der dem Soldaten ähnlich sieht, in einem schwarzen Käfig und geht in Flammen auf.

Als Vergeltung richtete Jordanien die zwei Extremisten in einem Gefängnis etwa 70 Kilometer nördlich von Amman hin. Darunter sei auch die Irakerin Sadschida al-Rischawi gewesen, berichtete das jordanische Staatsfernsehen. Al-Rischawi war wegen der Beteiligung an Selbstmordattentaten auf drei Hotels zum Tode verurteilt worden. Dabei kamen 60 Menschen ums Leben. Bei der Anschlagserie 2005 sollte sie selbst sterben, ihr Sprengstoffgürtel explodierte aber nicht. Außer ihr wurde auch ein ranghohes Al-Kaida-Mitglied gehängt. Der Iraker war wegen der Planung eines Anschlags gegen das prowestliche Königreich 2008 zum Tode verurteilt worden.

Ägyptens höchste muslimische Autorität, die von Sunniten weltweit verehrte 1000 Jahre alte Al-Azhar-Universität in Kairo, verurteilte die Gewalttaten des IS. Ihr Großmufti Scheich Ahmed al-Tajeb bezeichne die Miliz als teuflische und terroristische Gruppe. Sie hätten es verdient, getötet zu werden - einschließlich Kreuzigung oder Verstümmelungen. Die Internationale Vereinigung muslimischer Gelehrter in Katar, die Verbindungen zur einflussreichen Muslimbruderschaft hat, nannte Kassaesbehs Verbrennung einen kriminellen Akt. Der IS vertrete den Islam in keiner Weise, sondern schade ihm.

Syrien forderte Jordanien auf, beim Kampf gegen IS und Al-Kaida zusammenzuarbeiten. Die USA lehnen jedoch eine Einbeziehung Syriens in die Allianz gegen den IS ab. Sie betrachten den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, in dessen Land ein Bürgerkrieg tobt, als Teil des Problems.

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