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Weltnachrichten

Annäherung geht weiter - Erster Direktflug Israel/Emirate

The Israeli flag carrier El Al's airliner carrying Israeli and U.S. delegates lands at Abu Dhabi International Airport, United Arab Emirates August 31, 2020. WAM/Handout via REUTERS. ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY.

Tel Aviv (Reuters) - Vom israelischen Tel Aviv aus ist am Montag erstmals ein Verkehrsflugzeug zu einem Direktflug über saudi-arabisches Territorium in die Vereinigten Arabischen Emirate gestartet.

An Bord der Maschine waren hochrangige Berater von US-Präsident Donald Trump und des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Sie wollen in Abu Dhabi weitere Einzelheiten zur Einrichtung förmlicher Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten besprechen, die Anfang August angekündigt worden war. Der Schritt könnte die Machtverhältnisse im Nahen Osten verschieben und die Aufmerksamkeit verstärkt weg vom Palästinenser-Konflikt auf die Rolle des Iran in der Region lenken.

US-Berater Jared Kushner forderte die Palästinenser nach der Landung in Abu Dhabi auf, nicht in der Vergangenheit zu verharren: “Sie müssen an den Verhandlungstisch kommen. Der Frieden wird für sie bereit sein, (...) sobald sie bereit sind, sich darauf einzulassen.” Die Emirate sind nach Ägypten und Jordanien erst der dritte arabische Staat in über 70 Jahren, der Beziehungen zu Israel aufnimmt.

Die Palästinenser zeigten sich dagegen erneut verärgert über die Annäherung, die ihrer Einschätzung nach den Kampf um einen unabhängigen Palästinenser-Staat schwächt. “Frieden ist kein leeres Wort, um einen Zustand des Verbrechens und der Unterdrückung zu normalisieren”, twitterte der palästinensische Diplomat Saeb Erekat. Frieden sei das Ergebnis von Gerechtigkeit. Auch die islamistische Hamas, die im Gazastreifen regiert, verurteilte die Emirate. Der Flug am Montag bedeute einen Stich in den Rücken des palästinensischen Volkes, eine Verlängerung der Besatzung und einen Verrat am Widerstand des palästinensischen Volkes, erklärte die Bewegung.

SPEKULATIONEN ÜBER KAMPFJET-VERKAUF AN EMIRATE

Nach Einschätzung der Emirate sollte die Normalisierung der Beziehungen zu Israel auch die letzten Hürden für einen Verkauf des US-Kampfflugzeugs F-35 an den Golfstaat beseitigen. "Wir haben legitime Interessen. Wir sollten sie (die F-35) bekommen", sagte Außenstaatssekretär Anwar Gargasch dem Atlantic Council. Die Emirate sind einer der engsten Verbündeten der USA am Golf und bemühen sich seit langem um den Kauf des Kampfjets von Lockheed MartinLMT.N.

Nach früheren Angaben eines Branchen-Insiders könnte der Deal in einem beigefügten Abkommen zu der Vereinbarung zwischen Israel und den VAE angekündigt werden. Die Vertragsverhandlungen könnten danach allerdings noch Jahre dauern. Israel, das die F-35 ebenfalls fliegt, hat zudem Widerstand angekündigt und dies damit begründet, dass das Land die militärische Überlegenheit in der Region behalten müsse. Die USA garantieren, dass Israel modernere Waffen als arabische Staaten erhält.

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