March 19, 2009 / 4:03 PM / 10 years ago

Gaza-Veteranen schockieren mit Aussagen zu Tötung von Zivilisten

Jerusalem (Reuters) - Israelische Soldaten haben mit ihren Äußerungen über die willkürliche Tötung von palästinensischen Zivilisten während des Gaza-Kriegs für Empörung gesorgt.

Medien berichteten am Donnerstag von einem Veteranen-Treffen, das sich mit der 22-tägigen israelischen Offensive im Dezember und Januar beschäftigt habe. “Die Soldaten haben darüber gesprochen, wie sie ungerechtfertigt das Feuer auf palästinensische Zivilisten eröffnet haben”, sagte der Leiter eines militärischen Ausbildungsprogramms, Danny Samir, in einem Interview des Senders Israel Radio. “Sie sprachen außerdem über die mutwillige Zerstörung von Eigentum.”

Die Zeitung “Haaretz” druckte auf ihrer Titelseite ebenfalls Äußerungen der Soldaten. Sie kommentierte, diese “schmutzigen Geheimnisse” würden es schwermachen, derartige Zwischenfälle als palästinensische Propaganda abzutun. Ein Soldat hatte einen Vorfall geschildert, in dem eine Mutter und ihre zwei Kinder von einem Scharfschützen erschossen worden seien. Sie seien aufgefordert worden, ihr Haus zu verlassen und nach rechts zu gehen. Sie hätten den Befehl nicht verstanden und seien nach links gegangen. Dies hätten sie mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Ein Truppführer berichtete, ein Kommandeur habe den Befehl zur Tötung einer älteren Frau gegeben, die rund 100 Meter von einem Haus entfernt über die Straße gegangen sei, das von israelischen Truppen besetzt worden war. Ein anderer Truppführer erklärte, die Soldaten unter seinem Kommando empfänden “die Leben der Palästinenser als etwas sehr, sehr Unbedeutendes im Vergleich zum Leben ihrer Kameraden.”

Die Geringschätzung der Palästinenser habe sich auch darin widergespiegelt, dass Soldaten “Tod den Arabern” an Wände geschrieben und auf Familienfotos gespuckt hätten, hieß es in einem weiteren Bericht.

Das israelische Militär kündigte eine Untersuchung der Zwischenfälle an. Verteidigungsminister Ehud Barak beschrieb die israelischen Soldaten als äußerst moralisch.

Menschenrechtsorganisationen hatten das nach ihrer Einschätzung unverhältnismäßige Vorgehen der israelischen Armee gegen palästinensische Zivilisten heftig kritisiert. Bei der israelischen Offensive waren nach Angaben einer palästinensischen Menschenrechtsorganisation mehr als 1400 Menschen getötet worden, darunter 960 Zivilisten. Die israelische Regierung bestreitet dies.

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