July 27, 2009 / 4:53 PM / 9 years ago

Israel: Militärschlag gegen Irans Atomprogramm möglich

Jerusalem (Reuters) - Israel zieht weiterhin den Einsatz von militärischer Gewalt für die Vereitelung des iranischen Atomprogramms in Erwägung.

Keine Option sollte vom Tisch genommen werden, sagte Verteidigungsminister Ehud Barak nach einem Treffen mit seinem amerikanischen Kollegen Robert Gates am Montag. Israel empfehle auch anderen Ländern, sich alle Alternativen offenzuhalten. Es könne dies aber niemandem diktieren. Barak betonte aber zugleich, dass Diplomatie und möglicherweise stärkere Sanktionen gegen den Iran Vorrang hätten. Deswegen befürworte er das US-amerikanische Gesprächsangebot an die Iraner. Israel Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, er stehe hinter dem Dialog, so lange das Gesprächsangebot befristet sei.

Gates sagte, dass Gespräche mit dem Iran über eine Aufgabe des Atomprogramms zeitgemäß und lohnend seien würden, auch wenn die Führung in Teheran sich noch zurückhalte. Er habe die Hoffnung, dass der Iran bis Ende September auf das Gesprächsangebot von Präsident Barack Obama reagiere. Die Gespräche sollten dann nicht endlos sein, sondern Obama erwarte, dass es bis Ende des Jahres einen Fortschritt gebe.

Die USA und andere westliche Länder werfen dem Iran vor, an einer Atombombe zu arbeiten. Die Regierung in Teheran weist dies zurück und nennt als Ziel ihres Atomprogramms die Stromerzeugung. Obama hat die Beziehungen zum Iran zu einem Dreh- und Angelpunkt seiner Außenpolitik benannt. Bisher gilt Israel als einzige Nuklearmacht der Region.

Die Reise von Gates findet zeitgleich mit dem Besuch von US-Unterhändler George Mitchell im Nahen Osten statt. Dieser ringt mit Israel um eine Einigung in der Siedlungspolitik. Obama hat den Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland mehrfach heftig kritisiert und die völlige Einstellung des Siedlungsbaus gefordert. Ob es in dieser Frage Fortschritte bei den Gesprächen von Mitchell mit Israels Präsident Schimon Peres gegeben hat, wurde nicht bekannt. Mitchell wollte auch mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas zusammenkommen. Dieser hat bereits angekündigt, dass er keine Friedensgespräche mit Israel führen werde, solange die Siedlungsbemühungen nicht aufgegeben würden.

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