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Italien - Atlantia rechnet 2020 mit Verlusten in Milliardenhöhe

A logo of the Atlantia Group is seen outside their headquarters in Rome, Italy August 31, 2018. REUTERS/Alessandro Bianchi

Mailand (Reuters) - Der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia erwartet für das laufende Jahr infolge des Coronavirus-Ausbruchs Einbußen in Milliardenhöhe.

Da in Italien und in vielen anderen europäischen Ländern weiterhin zur Eindämmung des Virus Verkehrsbeschränkungen gelten, rechnet der Konzern in diesem Jahr im Vergleich zu 2019 mit einem Rückgang des Verkehrs auf seinen Autobahnen um durchschnittlich 30 Prozent, erklärte die Benetton-geführte Gruppe am Mittwoch. Die Zahl der Passagiere, die von und zu den Flughäfen reisten, sei um 50 Prozent zurückgegangen, hieß es. Daher müsse der Konzern Verluste bei den Einnahmen in Höhe von drei Milliarden Euro einstecken. Atlantia werde daher die Dividenden aus 2019 zurückhalten, auf nicht dringliche Arbeiten am Straßennetz verzichten und Neueinstellungen zurückstellen.

Insider hatten der Nachrichtenagentur Reuters zuvor berichtet, die Gruppe sei in Gesprächen mit der Regierung, um einen erbitterten Streit über ihre Autobahnkonzession zu beenden, nachdem eine von ihr betriebene Brücke 2018 zusammengebrochen war und 43 Menschen getötet hatte. Am Dienstag sagte Atlantia, die Gruppe habe der Regierung Anfang März einen Vergleichsvorschlag im Wert von insgesamt 2,9 Milliarden Euro vorgelegt, aber noch keine Entscheidung von der Regierung in Rom dazu erhalten.

Eine Einigung mit der Regierung sowohl über die Konzession als auch über eine neue Methode zur Berechnung der Autobahntarife würde den Weg für den Verkauf eines Teils der 88-prozentigen Beteiligung von Atlantia an Autostrade ebnen, sagte Vorstandschef Carlo Bertazzo. Das Tochterunternehmen betreibt mehr als die Hälfte des gebührenpflichtigen italienischen Autobahnnetzes. “Einige Investoren schauen auf Autostrade, aber wir befinden uns in einem sehr frühen Stadium”, erklärte Bertazzo und fügte hinzu, dass Atlantia in einer ersten Phase nur eine Minderheitsbeteiligung verkaufen würde. Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass Atlantia seinen Anteil an Autostrade auf unter 50 Prozent reduziert wolle, um Platz für andere Investoren zu schaffen - einschließlich des staatlichen Kreditgebers CDP, der der italienischen Regierung ein größeres Mitspracherecht im Autobahnnetz geben würde. Bertazzo sagte, die Gruppe, deren Kreditwürdigkeit aufgrund der Folgen des Streits mit der Regierung auf Ramschstatus reduziert wurde, wolle die Investment-Grade so schnell wie möglich wiedererlangen. Ende vergangenen Jahres hatte Atlantia eine konsolidierte Nettoverschuldung von fast 37 Milliarden Euro.

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